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Früherkennungs­untersuchungen in erstem Coronajahr eingebrochen

Mittwoch, 1. Juni 2022

/joyfotoliakid, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der Früherkennungsuntersuchungen ist im ersten Coronajahr um fast acht Millionen einge­brochen. Das geht aus Daten des aktuellen Arztreports der Barmer hervor. Demnach gingen die Untersuchun­gen zur Früherkennung zwischen 2019 und 2020 von 33,2 Millionen auf 25,5 Millionen zurück. Dies ent­spricht einem Minus von 23 Prozent.

Allein bei der Hautkrebsfrüherkennung sank die Zahl der Tests von 8,7 Millionen im Jahr 2019 auf 6,9 Millio­nen im Jahr 2020 und bei den Tests auf verborgenes Blut im Stuhl zur Darmkrebsfrüherkennung von 3,6 Milli­o­nen auf etwa 2,8 Millionen. Der Rückgang beträgt in beiden Fällen jeweils mehr als 20 Prozent.

„Darmkrebs ist besonders tückisch, weil er lange Zeit symptomlos bleibt. Deshalb ist die Darmkrebsvorsorge besonders wichtig“, erklärte Joachim Szecsenyi vom Aqua-Institut. Gerade in Pandemiezeiten, in der Menschen aus Sorge vor einer Infektion nicht in die Arztpraxis gingen, sei ein niedrigschwelliger Zugang zu Früherken­nungsuntersuchungen wichtig.

Die Zahl der Checkups, das sind Gesundheitsuntersuchungen bei Erwachsenen, sank um 37 Prozent. Auch die Brustkrebsfrüherkennung wurde dem Arztreport zufolge in der Pandemie weniger in Anspruch genommen. So sank die Zahl der Teilnehmerinnen am Mammographiescreening von knapp drei Millionen auf 2,7 Millionen – das war ein Rückgang um 9,4 Prozent.

Zu Beginn der Pandemie war das Einladungsverfahren zum Mammographie­screening ausgesetzt, weil in den Praxen Schutzausrüstungen fehlten. „Das darf sich nicht wiederholen“, forderte Barmer-Chef Christoph Straub. Generell sollten Patienten, die während der Pandemie auf Früherkennungsuntersuchungen verzichteten, diese „möglichst zeitnah nachholen“.

Für den Report wurden mehr als 30 ärztliche Abrechnungsziffern für verschie­dene Untersuchungen ausge­wertet. Dabei wurde die Inanspruchnahme von Tests verglichen, die in den Jahren 2019 und 2020 Kassen­leistung waren und mit der jeweils selben Ziffer abgerechnet wurden.

Auch Experten unter anderem vom Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebs­gesellschaft (DKG) hatten bereits vor den Auswirkungen von verschobenen Operationen, rückläufiger Früher­kennung und Lücken bei der Nachsorge während der Coronapandemie gewarnt. Sie befürchten als Folge eine höhere Krebssterblichkeit. © afp/aerzteblatt.de

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