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Ärzteschaft

Hausärzteverband will weiterhin Krankschreibung per Telefon

Mittwoch, 1. Juni 2022

/picture alliance, Fleig, Eibner-Pressefoto

Berlin – Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat die dauerhafte Wei­terführung der telefonischen Krankschreibung in Arztpraxen gefordert. „Die Telefon-Arbeitsunfähigkeitsbe­schei­nigung hat sich bewährt“, sagte der Verbandschef den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) heute.

„Warum diese jetzt ohne Not wieder einkassiert wurde, ist nicht nachvollziehbar. Wir sind sehr dafür, dass die­se sinnvolle Regelung für Bestandspatientinnen und -patienten dauerhaft bestehen bleibt.“ Das Patientenauf­kommen in den Hausarztpraxen sei auch außerhalb der Coronapandemie sehr hoch.

Die telefonische Krankschreibung wäre eine „echte Entlastung“, unterstrich Weigeldt und kritisierte: „Es wird zwar viel über Entbürokratisierung gesprochen, wenn es dann aber mal konkret wird, verfallen viele Akteure im Gesundheitswesen dann doch wieder in alte Muster.“

Patienten müssten aus medizinischer Sicht nicht mit jedem grippalen Infekt zwingend in der Hausarztpraxis vorstellig werden. „Viele müssen sich dann trotzdem krank in die Praxen schleppen, vor allem weil viele Ar­beitgeber schon ab dem ersten Tag eine Krankschreibung verlangen“, sagte er weiter.

„In den Fällen, in denen sich Patient und Arzt kennen, es sich also nicht um einen Erstkontakt handelt, würde es absolut Sinn ergeben, wenn die Hausärztinnen und Hausärzte die Möglichkeit hätten, diese Patientinnen und Patienten nach einer Telefonkonsultation bei Bedarf für einige Tage krank zu schreiben.“ Warum das zwar per Video möglich sein solle, per Telefon jedoch nicht, erschließe sich überhaupt nicht.

Krankschreibungen sind ab heute nicht mehr per Telefon möglich. Dafür müssen Patienten wieder in die Arztpraxis kommen oder Videosprechstunden nutzen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss entschieden hatte. © afp/aerzteblatt.de

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