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Medizin

Neue Metaanalyse: Evidenzbasierter Einsatz von DOAKs in reduzierter Dosis

Freitag, 10. Juni 2022

/dpa

Boston – Bei Vorhofflimmern kann eine direkte orale Antikoagulation (DOAK) in reduzierter Dosis erfolgen, wohingegen bei einer akuten venösen Thromboembolie (VTE) davon abzusehen ist.

Eine DOAK-Therapie von niedriger Intensität zur primären oder sekundären Präven­tion von VTEs kann dagegen durchgeführt werden, wenn die untersuchten und zugelassenen Indikationen beachtet werden.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Forschungsgruppe aus den USA in JAMA Cardiology (2022; DOI: 10.1001/jamacardio.2022.1292).

„Eine direkte orale Antikoagulation wird üblicherweise aus 2 Gründen in der Dosierung reduziert“, Behnood Bikdeli von der Cardiovascular Medicine Division am Brigham and Women’s Hospital in Boston und seine Kollegen.

„Wenn die dosisangepasste Therapie als Antikoagulation von voller Intensität dienen soll. Dies ist etwa bei der Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern der Fall. Der andere Grund ist, dass eine Antikoagulation von niedriger Intensität erfolgen soll, etwa bei der langfristigen Behandlung venöser Thromboembolien.“

Den Einsatz in reduzierter Dosis analysierte die Forschungsgruppe in insgesamt 35 randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs). In 29 der 35 Studien wurden die DOAKs Dabigatran, Apixaban, Rivaroxaban und Edoxaban zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern eingesetzt.

Reduzierte DOAK-Dosis ebenso sicher und wirksam wie volle Dosis

„Es zeigte sich“, so Bikdeli und seine Koautoren, „dass die dosisreduzierten DOAKs in den großen RCTs hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit bei Vorhofflimmern vergleichbar abschnitten wie DOAKs in voller Dosierung.“

Sie ergänzen, dass ihres Wissens nach Dabigatran, Apixaban und Rivaroxaban noch nicht in reduzierter Dosis zur akuten Behandlung venöser Thromboembolien untersucht wurden.

Niedrigdosistherapie wirkt bei langfristiger VTE-Behandlung

Eine niedrig dosierte DOAK-Therapie wurde in insgesamt 37 RCTs untersucht.

Sie zeigen, dass DOAKs in niedriger Dosierung bei der langfristigen Behandlung von VTEs (Apixaban und Rivaroxaban), zur Primärprävention bei orthopädischen Eingriffen (Dabigatran, Apixaban und Rivaroxaban), zur Primärprävention bei ambulanten Hochrisikokrebspatienten (Apixaban und Rivaroxaban), nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bei medizinischen Patienten mit hohem Risiko (Rivaroxaban), bei stabiler atherosklerotischer Gefäßerkrankung oder nach einer kürzlich erfolgten Revaskularisation aufgrund einer peripheren arteriellen Erkrankung (Rivaroxaban) in Kombination mit Acetylsalicylsäure eingesetzt werden können.

Kriterien für Dosisanpassung können sich regional geringfügig unterscheiden

Die Autoren um Bikdeli merken an, dass sich die Kriterien für eine Dosisanpassung der DOAK-Therapie in verschiedenen Regionen und abhängig von den Vorgaben der dortigen regulatorischen Behörden geringfügig unterschieden können.

„Daten aus großen Registern deuten darauf hin“, schreiben sie weiter, „dass dosis­reduzierte DOAKs bisweilen auch in Dosierungen und in klinischen Situationen eingesetzt werden, die in RCTs nicht untersucht wurden und auch nicht den von den regulatorischen Behörden empfohlenen entsprechen.“

In der Praxis auf die vorhandene Evidenz achten

Bikdeli und seine Kollegen schlussfolgern, dass eine Dosisanpassung bei der DOAK-Therapie vor allem bei Vorhofflimmern relevant sei und entsprechend der zugelassenen Kriterien erfolgen sollte. Bei der Behandlung der akuten VTE dagegen sollte in den meisten Fällen keine DOAK-Dosisanpassung erfolgen.

„Im Gegensatz dazu kann eine niedrig intensive Therapie mit DOAKs zur primären oder sekundären Prävention von VTEs in untersuchten und zugelassenen Indika­tionen durchaus durchgeführt werden“, ergänzen sie. „Dabei sollte aber darauf geachtet werden, die tägliche klinische Praxis mit der vorhandenen Evidenz zu Sicherheit und Wirksamkeit in Einklang zu bringen.“ © nec/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #841771
DRS_MDI
am Dienstag, 14. Juni 2022, 16:39

Kritik

Danke für diese (sehr relevante) News. Leider ist diese recht umständlich geschrieben und so schwer zu lesen. Der angeblich verlinkte Abstract führt zu einem ganz anderen Artikel. Bitte noch anpassen.
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