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Medizin

Diät kann Fortschreiten von Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis wahrscheinlich nicht lindern

Freitag, 17. Juni 2022

/yodiyim, stock.adobe.com

Manchester – Die Ernährung hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf das Fortschreiten von Osteoarthritis und von rheumatoider Arthritis. Dies geht aus einer Übersicht über die vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse hervor, die jetzt in Fachmagazin RMD Open erschienen ist (DOI: 10.1136/rmdopen-2021-002167).

Die Europäische Liga gegen Rheuma (EULAR) hat 2018 eine internationale Arbeitsgruppe einberufen, um die möglichen Auswirkungen von Ernährung, Bewegung, Gewicht, Alkohol, Rauchen und der beruflichen Arbeit auf den Krankheitsverlauf zu untersuchen und entsprechende Empfehlungen für Ärzte und Patienten zu entwickeln.

Für die Ernährungsempfehlungen suchte die Taskforce nach relevanten systematischen Übersichten über Studien, welche die Auswirkungen der Ernährung auf Schmerzen, Gelenkschäden und körperliche Funktion für sieben häufige rheumatische und muskuloskelettale Erkrankungen untersuchten. Dabei handelte es sich um Osteoarthritis, rheumatoide Arthritis, systemischen Lupus erythematodes, axiale Spondyloarthritis, Psoriasis-Arthritis, systemische Sklerose und Gicht.

Insgesamt bezogen die Forscher 24 systematische Übersichten, die zwischen 2013 und 2018 veröffentlicht wurden, in die Analyse ein sowie 150 Originalforschungsartikel. Die meisten Studien betrafen Osteoarthritis und rheumatoide Arthritis

Für Osteoarthritis gab es relativ wenige Ernährungsstudien, so dass die Evidenz für diese als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ eingestuft wurde. Die Analyse der gepoolten Daten ergab zudem laut der Arbeitsgruppe, dass die Auswirkungen von Ernährungsmaßnahmen bei Arthrose auf das Fortschreiten der Krankheit im Allgemeinen gering und klinisch nicht bedeutsam waren.

Auch die Evidenz für die meisten diätetischen Interventionen bei rheumatoider Arthritis stuften die Forscher als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein, vor allem aufgrund der geringen Anzahl von Studien und Teilnehmern. „Es gab mäßige Belege für Probiotika, Vitamin D und Fischöl/Omega-3, aber die Auswirkungen waren entweder vernachlässigbar oder zu gering, um einen großen Unterschied zu machen“, hieß es aus der Gruppe.

„Auf der Grundlage der derzeitigen Evidenz gibt es daher keine einzelne diätetische Maßnahme, die einen wesentlichen Nutzen für die Ergebnisse von Menschen mit Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis hat“, schlussfolgern die Autoren.

Angehörige der Gesundheitsberufe könnten Menschen mit diesen Erkrankungen darauf hinweisen, dass der Verzehr bestimmter Nahrungsbestandteile wahrscheinlich keinen Einfluss auf das Fortschreiten ihrer Erkrankung habe, dass es aber aus allgemeinen Gesundheitsgründen wichtig sei, sich gesund zu ernähren und ein gesundes Gewicht zu halten, schreiben sie. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #680480
JanHackbarth
am Samstag, 18. Juni 2022, 00:32

Bitte etwas genauer hinschauen

Liebes Ärzteblattteam, mir fällt immer öfter auf dass die Schlagzeile und die Schlussfolgerung nicht übereinstimmen mit den Aussagen der Originalstudie. Da es sich um unsere Gesundheit handelt, bitte ich sie nächste Mal etwas genauer hin zu schauen.

"Conclusion The current literature suggests that there is moderate evidence for a small benefit for certain dietary components. High-level evidence of clinically meaningful effect sizes from individual dietary exposures on outcomes in RMDs is missing."
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