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Ärzteschaft

Plädoyer für familienfreundliche ärztliche Selbstverwaltung

Donnerstag, 2. Juni 2022

/Ourteam, stock.adobe.com

München – Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) tritt für eine familienfreundliche ärztliche Selbstver­waltung ein. Das signalisierte die Kammer in der Juni-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblattes.

„Ich halte es für wichtig, dass sich die Verteilungsrealität der Kammermitglieder in der ärztlichen Selbstver­wal­tung ungefähr widerspiegelt“, schrieb der zweite Vizepräsident der BLÄK, Bernhard Junge-Hülsing. Das betreffe nicht nur den Anteil an Frauen und Männern, auch die Altersverteilung und die ärztlichen Tätigkeits­bereiche, ambulant und stationär, sollten berücksichtigt werden.

Junge-Hülsing wies daraufhin, dass die Medizin immer weiblicher werde: „Es gibt mehr Studentinnen als Studenten, mehr Ärztinnen in Weiterbildung als Ärzte in Weiterbildung und mehr tätige Ärztinnen bis 40 als Ärzte in dieser Alterskohorte“, heißt es in dem Beitrag.

In der ärztlichen Selbstverwaltung zeige sich aber ein anderes Bild: Der Bayerische Ärztetag setze sich in der Wahlperiode 2017 bis 2022 aus 141 Ärzten und 39 Ärztinnen zusammen – ein Frauenanteil von knapp 22 Prozent. „Und nicht einmal zehn Prozent der Ärztlichen Kreisverbände im Freistaat werden von einer Frau geführt“, schreibt der Vizepräsident.

Ein Grund dafür sei, dass Frauen offenbar weiterhin den Großteil der Familienarbeit leisteten. So seien laut der Statistik der Kammer 2.252 Ärztinnen in Elternzeit – aber nur 49 Ärzte. Demzufolge kümmerten sich deut­lich mehr Ärztinnen um die Kinder und seien folglich besonders darauf angewiesen, dass sich die Arbeitszei­ten und die familiären Aufgaben vereinbaren ließen. Es brauche also familien- und frauenfreundliche Arbeits­bedingungen wie flexible Arbeitszeiten und gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Kliniken und Praxen.

Das gelte aber nicht nur für den Arbeitsplatz: „Auch die Aufgaben in der ärztlichen Selbstverwaltung müssen mit der Kindererziehung und der Familie vereinbar sein“, so Junge-Hülsing. Der zweite BLÄK-Vizepräsident wies daraufhin, dass im November dieses Jahres die Delegierten zur BLÄK für die nächsten fünf Jahre gewählt werden. © hil/aerzteblatt.de

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