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Medizin

Frühes NSCLC: 3 Zyklen neoadjuvanter Immunchemotherapie besser als 2?

Dienstag, 7. Juni 2022

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Chicago –Eine neoadjuvante Therapie mit Immuncheckpointinhibitoren hat sich beim resektablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ohne Treibermutationen als wirksam erwiesen.

In den betreffenden Studien wurden zwischen 2 und 4 Zyklen gegeben, aber bislang war unklar, welches die optimale Dauer dieser präoperativen Behandlung sein sollte.

Chinesische Onkologen, Thoraxchirurgen und Radiologen an der Zhejiang University School of Medicine in Hangzhou wollten wissen, ob 3 Zyklen eines PD-1-Antikörpers besser sind als 2 Zyklen.

Die ersten Resultate der randomisierten Phase-2-Studie neoSCORE präsentierte Fuming Qiu, Hangzhou, bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.8500).

Eingeschlossen in die Studie wurden 60 Patienten mit einem NSCLC im Stadium IB–IIIA nach der AJCC-Klassifikation, die anhand der PD-L1-Expression ihres Tumors (≥ 1 % vs. < 1 %) stratifiziert wurden. Sie erhielten randomisiert entweder 2 oder 3 Zyklen einer neoadjuvanten Behandlung mit dem Anti-PD-1-Checkpointinhibitor Sintilimab, der als Monotherapie in der neoadjuvanten Situation günstige Ergebnisse gezeitigt hatte (Journal of Thoraic Oncology, 2020; DOI: 10.1016/j.jtho.2020.01.017).

In der vorliegenden Studie, so Qiu, wurde Sintilimab in einer Dosierung von jeweils 200 mg mit einer Chemotherapie kombiniert, die aus Carboplatin (AUC 5) und für Plattenepithelkarzinome aus nab-Paclitaxel (260 mg/m2), für nicht-plattenepitheliale Histologien aus Pemetrexed (500 mg/m2) bestand und alle 3 Wochen gegeben wurde.

Nach der chirurgischen Entfernung des Tumors bekamen die Patienten noch 4 Zyklen einer postoperativen Immunchemotherapie, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Sintilimab über 1 Jahr bzw. solange der Patient es wünschte. Primärer Endpunkt war die Rate an majoren pathologischen Remissionen (MPR, d.h. ein Rückgang der Tumorgröße auf höchstens 1/10 des Volumens des Tumorbetts), sekundäre Endpunkte umfassten pathologische Komplettremissionen, die objektive Ansprechrate, das krankheitsfreie und das Gesamtüberleben nach 2 Jahren und die Sicherheit.

Wie Qiu in Chicago berichtete, ergab sich bei den 55 Patienten, bei denen der Tumor erfolgreich R0-reseziert werden konnte, eine MPR-Rate von 41,4 % nach 3 gegenüber 26,9 % nach 2 Zyklen neoadjuvanter Therapie (p = 0,260). Bei der Rate an pathologischen Komplettremissionen war der Unterschied mit 24,1 % versus 19,2 % deutlich geringer (p = 0,660). Patienten mit Plattenepithelkarzinomen schnitten generell besser ab mit einer MPR-Rate von 51,6 % gegenüber 12,5 % bei den nicht-plattenepithelialen Tumoren, ein Unterschied, der auch statistische Signifikanz erreichte (p = 0,002).

3 neoadjuvante Zyklen brachten auch bei den Plattenepithelkarzinomen eine höhere MPR-Rate als 2 Zyklen (60 % vs. 43,8 %; p = 0,366), dasselbe galt auf einem deutlich niedrigeren Niveau bei den nicht-plattenepithelialen Tumoren (21,4 % vs. 0 %; p = 0,239). Bei der Gesamtansprechraten war kein Unterschied zwischen 3 und 2 Zyklen erkennbar (55,2 % vs. 50 %; p = 0,701).

Die neoadjuvante Behandlung wurde in beiden Armen gut vertragen mit lediglich drei immunologischen Nebenwirkungen vom Grad 3 (5 %).

Das ist die 1. randomisierte Studie zum Vergleich verschieden langer neoadjuvanter Immunchemotherapieregimes, so Qiu. 3 Zyklen scheinen hier überlegen zu sein, auch wenn die Unterschiede – wahrscheinlich aufgrund der geringen Patientenzahlen – keine statistische Signifikanz erreichten.

Signifikant besser schneiden vor allem Plattenepithelkarzinome im Vergleich zu nicht-plattenepithelialen Histologien ab. © jfg/aerzteblatt.de

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