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Ausland

Experten rechnen mit Anstieg von HIV-Infektionen in der Ukraine

Dienstag, 7. Juni 2022

/natali_mis, stock.adobe.com

Berlin – Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria rechnet damit, dass der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen bei HIV und Tuberkulose führen wird.

„Es ist noch zu früh, um die langfristigen Folgen des Krieges genau einzuschätzen, aber wir gehen davon aus, dass sich der Konflikt erheblich auf die Tuberkulose- und HIV-Raten in der Ukraine und in der gesamten Region auswirken wird“, sagte der Direktor des Globalen Fonds, Peter Sands, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Große Fluchtbewegungen, die Unterbringung in beengten Unterkünften und die Unterbrechung der medizinischen Versorgung begünstigen die Verbreitung von Infektionskrankheiten“, betonte er.

Nach Angaben des Globalen Fonds hatte die Ukraine bereits vor dem Krieg eine der höchsten Tuberkulose- und HIV-Raten in der Region Osteuropa/Zentralasien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 2020 in der Ukraine rund 32.000 Menschen mit Tuberkulose lebten. Dabei ist die Ukraine eines der 30 Ländern weltweit, das am stärksten von multiresistenter Tuberkulose betroffen ist. Das bedeutet, dass gängige Tuberkulose-Medikamente nicht mehr anschlagen.

Zudem leben in dem Land schätzungsweise 260.000 Menschen mit HIV. Damit ist die Ukraine – nach Russland – das am zweitstärksten von HIV betroffene Land in der WHO-Region Osteuropa/Zentralasien.

Sands sagte, man sei sehr besorgt über die Gesundheitsversorgung in der Ukraine. „Mehr als 150 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört, medizinisches Personal und Patienten wurden vertrieben, verletzt oder getötet“, berichtete er. Viele Menschen hätten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung mehr, Präventions- und Behandlungsprogramme seien unterbrochen.

„Für Tuberkulose-Patienten und Menschen, die mit HIV leben, ist diese Situation besonders lebensbedrohlich, denn sie sind auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen“, warnte Sands. „Wir unterstützen nachdrücklich die Einrichtung eines geschützten humanitären Korridors, damit medizinische Hilfsgüter geliefert werden können und Menschen, die das Konfliktgebiet verlassen wollen, dies auch können“, sagte er weiter. © kna/aerzteblatt.de

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