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Medizin

Trend zu einem verbesserten Überleben beim HRD-positiven PDAC

Dienstag, 14. Juni 2022

/Kateryna_Kon stock.adobe.com

Chicago – Im neoadjuvanten Setting sprechen HRD-positive Patienten mit einem duktalen Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) tendenziell besser auf eine platinhaltige Chemotherapie an als auf ein nicht-platinbasiertes Regime.

Tumore mit einem homologen Rekombinationsdefizit (HRD, einschließlich BRCA-Defekte) werden als HRD-positiv bezeichnet (siehe Kasten). Die bisherige Datenlage deutet darauf hin, dass ein HRD-positiver Status zum Beispiel bei Eierstockkrebs als prädiktiver Biomarker für eine platinhaltige Chemotherapie fungieren könnte.

Beim PDAC liegen nur begrenzt Daten zum Therapieansprechen bei HRD unter platinbasierten Chemotherapien im Neoadjuvanten Setting vor, betonte Gudbjorg Jonsdottir von der University of Iowa Hospitals and Clinics, Department of Internal Medicine anlässlich einer Postersession auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2022 (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.4132). Daher stellte die Expertin aktuelle Analysen zu PDAC stratifiziert nach HRD-Status und therapieansprechen unter platinbasierter Chemotherapie im Vergleich zu Chemotherapie ohne Platinexposition vor.

Zur Analyse wurden Patienten mit resezierbarem PDAC eingeschlossen, die zwischen 1999 und 2020 im Oncology Research Information Exchange Network (ORIEN) diagnostiziert wurden. Die molekulare Charakterisierung erfolgte nach diesen HRD-Varianten: BRCA1, BRCA2, PALB2, BRIP1, BRAD1, BLM, BAP1, ATM, RAD51C, RAD51, RAD50, RAD54B, CHECK2, NBN, FANCA/B/C/D2/E/F/G, ARID1A, MRE11 und XRCC2.

HRD und HRR

Ein DNA-Reparatursystem, das Mutationen in der DNA vehindert, ist die homologe Rekombinationsreparatur (HRR). Patienten mit einem homologen Rekombinationsdefizit (HRD) haben einen Defekt in der DNA-Reparatur. Das Krebsrisiko steigt.

Die ORIEN-Kohorte umfasste 311 Patienten mit resektierbaren PDAC, wovon lediglich 22 Patienten (7 %) eine HRR (homologous recombination repair)-Signalwegmutation aufwiesen. Von den 22 HRD-positiven Patienten erhielten 8 (36 %) neoadjuvant eine platinbasierte Chemotherapie und 9 (41 %) ein nicht-platinbasiertes Regime und 4 Patienten (23 %) erhielten keine perioperative systemische Behandlung.

Die Anteile der nachgewiesenen HRD-Varianten lagen bei 2,6 % für BRCA2 (n=8), 1,3 % für RAD50 (n=4), 1,0 % für BRCA1 (n=3), 0,6 % für ATM (n=2) und jeweils 0,3 % (n=1) für ARID1A, BRIP1, CHECK2, FANCG, PALPB2 sowie RAD51C.

Platinhaltige Chemotherapie bei HRD-positiven PDAC-Patienten von Vorteil

Das mediane Gesamtüberleben (mOS) bei HRD-positive Patienten, die sich einer perioperativen platinbasier­ten Chemotherapie unterzogen, betrug 3,5 Jahre (95-%-KI 3,4-NA). Unter einem nicht-platinbasiertem Regime lag das mOS hingegen bei 1,2 Jahren (KI 0,9-NA). Bei Patienten ohne HRR-Mutation, die eine platinbasierte Chemotherapie erhielten, betrug die mOS 2,7 Jahre (KI 2,3-3,9) und bei Patienten ohne platinbasiertes Regime betrug die mOS 2,9 Jahre, p=0,43.

Die Daten deuten darauf hin, dass Patienten mit PDAC, die eine HRR-Signalwegmutation aufwiesen und mit einer platinbasierten Chemotherapie im neoadjuvanten Setting behandelt wurden im Vergleich zu jenen ohne Platinexposition, von einem längeren Überleben profitieren können.

Die Ergebnisse würden dafür sprechen, Patienten nicht nur für BRCA zu testen, sondern auch für HDR, ist Jonsdottir überzeugt. Darüber hinaus kommt die Ärztin zu dem Fazit, dass weitere Untersuchungen im adjuvanten Setting notwendig sein könnten, um die prädiktive Rolle der Mutationen in der onkologischen Sprechstunde zu bestätigen. © cw/aerzteblatt.de

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