NewsPolitikDrei Ansätze könnten gegen Isolation und Einsamkeit im Alter helfen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Drei Ansätze könnten gegen Isolation und Einsamkeit im Alter helfen

Dienstag, 7. Juni 2022

/Photographee.eu, stockadobecom

Köln – Einsamkeit und soziale Isolation kann für viele Menschen im Alter ein großes Problem werden. Eine Arbeitsgruppe unter der Federführung des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) hat jetzt im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht, welche Maßnahmen dagegen helfen könnten. Die Untersuchung geht auf die Frage eines Bürgers im Rahmen des sogenannten Themencheck Medizin zurück.

Das vorläufige Ergebnis der Wissenschaftler: Die große Heterogenität und methodische Einschränkungen der vorliegenden Studien lassen keine eindeutigen Aussagen zu der Frage zu, welche Maßnahmen sicher helfen. Für drei Ansätze gibt es jedoch Anhaltspunkte für einen positiven Effekt. Interessierte können den vorläufigen Bericht bis zum 1. Juli kommentieren.

Die Arbeitsgruppe konnte 14 randomisierte kontrollierte Studien zu Maßnahmen zur Prävention und Behandlung von sozialer Isolation und Einsamkeit in ihre Nutzenbewertung einbeziehen. Sechs dieser Studien fokussierten auf Präventionsmaßnahmen und acht auf Maßnahmen mit therapeutischem Ansatz.

Die Arbeitsgruppe fand einen Anhaltspunkt dafür, dass bei älteren Personen, die potenziell von Isolation und Einsamkeit bedroht sind, eine professionell geleitete Gruppenarbeit die soziale Unterstützung erhöht.

Daneben gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Besuchsprogramme durch Ehrenamtliche bei älteren, sozial isolierten und einsamen Personen die Lebenszufriedenheit steigern beziehungsweise die Angstsymptome reduzieren können.

Außerdem zeigten die Studien Anhaltspunkte dafür, dass bei sozial isolierten und von Einsamkeit betroffenen Älteren ein professionell geleitetes Gruppenangebot die Mortalität senkt und den selbst berichteten Gesundheitszustand verbessert.

Laut dem Bericht der Forscher ist die Studienlage insgesamt aber unbefriedigend. Sie empfehlen daher, valide und bedarfsadaptierte Konzepte zur Vorbeugung und Reduktion sozialer Isolation und Einsamkeit bei älteren Menschen zu entwickeln und zu überprüfen. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #113003
Claus-F-Dieterle
am Dienstag, 7. Juni 2022, 22:01

Besuchsprogramme

Die erwähnten "Besuchsprogramme" sind in christlichen Kirchengemeinden üblich (Matthäus 25,40). Aber nicht nur um der Einsamkeit entgegenzuwirken enthält Hebräer 10,25 folgende Aussage:
"Einige haben sich angewöhnt, den Gemeindeversammlungen fernzubleiben. Das ist nicht gut; vielmehr müßt ihr einander Mut machen...".
Als es in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche noch die "Gottesdienste als Entdeckungsreise" gab, habe ich nicht nur die Einladungskärtchen im Wartezimmer meiner Praxis ausgelegt, sondern meine Patienten auch persönlich ermuntert, zu diesen Gottesdiensten zu kommen.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER