NewsMedizinUnter Aromatase­hemmertherapie können auch langfristig Frakturrisiken mit Denosumab bei HR+ Brustkrebs reduziert werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Unter Aromatase­hemmertherapie können auch langfristig Frakturrisiken mit Denosumab bei HR+ Brustkrebs reduziert werden

Dienstag, 14. Juni 2022

/Axel Kock, stock.adobe.com

Chicago – Langzeitdaten über 8 Jahre bestätigen, dass Denosumab eine wirksame und sichere adjuvante Therapiemaßnahme bei Patientinnen mit postmenopausalem Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs im Frühstadium ist, die eine Aromatasehemmertherapie erhalten.

Eine adjuvante endokrine Therapie mit Aromatasehemmern beeinträchtigt die Knochengesundheit bei postmenopausalen Patienten mit Hormonrezeptor-positivem (HR+) Brustkrebs negativ, was unter anderem zu Osteoporose und erhöhter Frakturinzidenz unter diesen Konditionen beiträgt. Eine ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahme mit dem IgG2-anti-RANKL-Antikörper Denosumab wirkt dem Knochenabbau entgegen und kann zur Vorbeugung von Knochenschäden bei Osteoporose oder auch Tumorerkrankungen wie Brustkrebs eingesetzt werden.

Onkologe Michael Gnant vom Comprehensive Cancer Center der medizinischen Universität in Wien (Österreich) stellte auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2022 Langzeitdaten zu adjuvant verordnetes Denosumab bei Brustkrebs über 8 Jahre vor (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.507).

In dieser prospektiven, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie (ABCSG-18-Studie) wurden zwischen 2006 und 2013 3.425 postmenopausale Patientinnen mit frühem HR+-Brustkrebs unter Aromatasehemmern aus 58 Studienzentren eingeschlossen, die randomisiert entweder Denosumab 60 mg oder Placebo s.c. alle 6 Monate erhielten.

Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zur 1. Fraktur, sekundäre krankheitsergebnisbezogene Endpunkte waren das krankheitsfreie Überleben (DFS), das knochenmetastasenfreie Überleben (BMFS) und das Gesamtüberleben (OS). Das explorative Langzeit-Follow-up für die aktuelle Auswertung berücksichtigte eine mediane Nachbeobachtungszeit von 8 Jahren. Zuvor hatten 1.711 Patientinnen unter 60 mg Denosumab und 1.709 Patientinnen unter Placebo s.c. nach einer median von 5 Jahren die Studie abgeschlossen (The Lancet Oncology, 2019; DOI: 10.1016/S1470-2045(18)30862-3).

Nach 5 betrug das DFS 89,2 % (95-%-KI 87·6-90·8) und 80,6 % (78,1-83,1) nach 8 Jahren Follow-up. In der Placebogruppe lagen die DFS-Raten nach 5 Jahren bei 87,3 % (85,7-89,0) und 77,5 % (74,8-80,2) und 8 Jahren.

Unter Denosumab lag das absolute 9-Jahres-DFS etwas höher als in der Placebogruppe (Hazard Ratio (HR) 0,83, 95-%-KI 0,71-0,97, p=0,016). Die 9-Jahres-DFS-Differenz betrug 3,5 % (79,4 % vs. 75,9 %), das BMFS wurde unter Denosumab um 19 % (HR 0,81, 95-%-KI 0,65-1,00, p=0,047) und das OS wurde um mindestens 20 % (HR 0,80, 95-%-KI 0,64-1,01, p=0,065) verbessert.

Die zuvor berichtete deutliche Reduktion an klinischen Frakturen nach im Median 5 Jahren blieb auch nach 9 Jahren bestehen. So traten 201 Frakturen in der Denosumabgruppe und 255 Frakturen in der Placebogruppe auf (HR 0,76, 95-%-KI 0,63-0,92, p=0,004). Mit diesem Therapieschema wurden unter Denosumab keine neuen Toxizität (v.a. Kieferosteonekrosen [ONJ]) berichtet.

Häufige unerwünschten Ereignisse waren Osteoarthritis (3,6 % in der Denosumabgruppe vs. 3,4 % in der Placebogruppe), Meniskusverletzungen (1,3 % vs. 1,4 %) und Katarakt (0,9 % vs. 1,7 %).

Eine Add-on-Therapie mit Denosumab 60mg alle 6 Monate ist unter Therapie mit Aromatasehemmern sicher und reduziert behandlungsinduzierte klinische Frakturen auch langfristig. Denosumab sollte im adjuvanten Setting routinemäßig bei postmenopausalen Patienten mit HR+ Brustkrebs in Betracht gezogen werden, so das Fazit von Gnant. © cw/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER