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Medizin

Mutationssignaturen sind auch bei der Metas­tasen-gerichteten Therapie des omCSPC relevant

Samstag, 11. Juni 2022

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Chicago – Die lokale Therapie einzelner Metastasen hat einen nachhaltigen Nutzen insbesondere auch bei omCSPC-Patienten mit Hochrisikomutationssignaturen.

Die bisherige Datenlage deutet darauf hin, dass eine Metastasen-gerichtete Therapie (MDT, z.B. lokale Strahlentherapie der Prostata, Stereotactic ablative body radiotherapy [SABR]) bei oligometastasiertem kastrationsempfindlichem Prostatakrebs (omCSPC) mit verbesserten Behandlungsergebnissen assoziiert ist.

In einer gepoolten Analyse der beiden Phase-2-Studien STOMP (BMC Cancer, 2022; DOI: 10.1186/1471-2407-14-671) und ORIOLE (JAMA Oncology, 2022; DOI: 10.1001/jamaoncol.2020.0147) wurde untersucht, inwiefern das Vorhandensein einer Hochrisikomutationssignatur (HiRi), prognostische und prädiktive Informationen über die Wirksamkeit von MDT liefert.

Dazu stellte Mathew Pierre Deek, Radioonkologe am Rutgers Cancer Institute in Baltimore (USA), anlässlich des ASCO 2022 gepoolte Daten von Patienten mit omCSPC (<3 Läsionen) aus den Studien STOMP (n=62) und ORIOLE (n=54) vor (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.5025).

Beide Kohorten wurden entweder einer MDT unterzogen oder standen lediglich unter Beobachtung. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), definiert als röntgenologische Progression, PSA-Rezidiv, Bedarf/Einleitung einer Androgenentzugstherapie oder Tod.

Der sekundäre Endpunkt war das radiografische PFS (rPFS), definiert als radiografisches Fortschreiten oder Sterben. Ein Next Generation Sequencing (NGS) wurde durchgeführt, um Hochrisikomutationssignaturen (HiRi), wie Zum Beispiel ATM, BRCA1/2, Rb1 oder TP53 zu identifizieren.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 52,5 Monate betrug das PFS unter MDT (11,9 Monate) im Vergleich zur beobachtenden Haltung (5,9 Monate) mit einem gepoolten HR von 0,44 (95-%-KI, 0,29–0,66, p<0,001). MDT ging bei einer Mehrheit der Patienten (84 %) im Vergleich zur Beobachtungsgruppe (41 %) mit einer PSA-Abnahme einher.

Die Inzidenz von HiRi-Mutationen lag in dieser Untersuchung bei 24,3 %. Bei Patienten ohne HiRi-Mutation betrug das mediane PFS 11,9 Monate im Vergleich zu 5,9 Monaten bei Patienten mit HiRi-Mutation (HR 1,74, p=0,06). Die HiRi-Mutation war auch in Bezug auf rPFS von prognostischer Relevanz. Patienten ohne HiRi erreichten ein medianes rPFS von 22,6 Monaten im Vergleich zu 10,0 Monaten bei Patienten mit HiRi (HR 2,62, p<0,01).

Patienten ohne HiRi-Mutation, die mit MDT behandelt wurden, verzeichneten das längste PFS (13,4 Monate), während diejenigen mit HiRi, die zur Beobachtung randomisiert wurden, das kürzeste PFS (2,8 Monate) aufwiesen.

Die Stratifizierung nach Behandlungsarmen und HiRi-Status deutet einen unterschiedlichen Nutzen hinsichtlich MDT an, wobei diejenigen mit HiRi-Mutationen stärker von MDT-Interventionen profitierten als ohne, betonte Deek.

Diese Langzeitergebnisse über einen Zeitraum von 4 Jahren, deuten bei omCSPC auf einen nachhaltigen Nutzen für MDT gegenüber einer ausschließlich beobachtenden Haltung hin. Eine HiRi-Mutationssignatur scheint prognostisch relevant bei omCSPC-Patienten zu sein. Zukünftige Studien sind erforderlich, um die Patientenauswahl noch weiter zu optimieren, so die Einschätzung von Deek. © cw/aerzteblatt.de

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