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Medizin

Inoperabler metastasierter Darmkrebs: Klarer Vorteil für Panitumumab plus Chemo bei linksseitigen Tumoren ohne RAS-Mutation

Samstag, 11. Juni 2022

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Chicago – Die Kombination aus Panitumumab plus Chemotherapie ist die bestwirksame Erstlinienbehandlung für Patienten mit metastasiertem, primär nicht resektablem, kolorektalem Karzinom vom RAS-Wildtyp bei einem linksseitigem Primarius.

Das war der Tenor bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO), nachdem die Daten der Phase-3-Studie PARADIGM vorgestellt worden sind (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.17_suppl.LBA1).

„Die Studie dokumentiert das längste Überleben von Patienten mit primär nicht resezierbaren, metastasierten kolorektalen Karzinomen, das jemals unter einer systemischen Erstlinienbehandlung in einer Phase-3-Untersuchung erzielt worden ist“, kommentierte Cathy Eng von der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee. Die Darmtumorexpertin war von der ASCO gebeten worden, die Daten der japanischen PARADIGM-Studie einzuordnen.

Ein Drittel der Patienten überlebt 5 Jahre

In der PARADIGM-Studie überlebten fast 1/3 der Patienten (32 %), die mit Panitumumab behandelt worden waren, 5 Jahre. Bei den meisten lag der Primarius linksseitig. Das Sterblichkeitsrisiko wurde im Vergleich zu Bevacizumab um 18 % gesenkt. Die Daten sprächen klar für den EGFR-Inhibitor in Kombination mit Zytostatika als Erstlinienbehandlung bei metastasierter, primär nicht resektabler Erkrankung vom RAS-Wildtyp und mit linkshemikolischem Primärtumor, sagte Eng.

PARADIGM-Studie

Die klinische Untersuchung ist eine prospektiv randomisierte Phase-3-Studie, in die japanische Zentren Patienten mit metastasierten, primär nicht resezierbaren kolorektalen Karzinomen vom RAS-Wildtyp aufgenommen haben. Bei circa 75 % lag der Primärtumor im linksseitigen Kolon (splenische Flexur bis Rektum), bei den meisten übrigen war er rechtsseitig lokalisiert. 51 % der Gesamtpopulation hatten Metastasen in mindestens 2 Organen, am häufigsten in der Leber. Die Teilnehmer waren in Bezug auf das metastasierte, inoperable Stadium systemisch unvorbehandelt.

823 Patienten wurden 1 : 1 randomisiert in eine Gruppe, die den EGFR-Inhibitor Panitumumab erhielt, und in einen 2. Studienarm, in dem der VEGF-Inhibitor Bevacizumab gegeben wurde. Beide Gruppen erhielten außerdem mFOLFOX6 (5-Fluorouracil/Folinsäure/Oxaliplatin).

Behandelt wurde bis zur Krankheitsprogression oder Unverträglichkeit oder bis zur kurativen sekundären Resektion. Primärer Endpunkt war das mediane Gesamtüberleben in der Population mit linksseitigem Primärtumor. Bei einer signifikanten Differenz zwischen den Behandlungsgruppen sollte im 2. Schritt die Gesamtpopulation analysiert werden.

Zum Zeitpunkt der Auswertung lag das mediane Follow-up bei 61 Monaten. Patienten mit linksseitigem Primärtumor lebten unter Panitumumab median 37,9 Monate, unter dem Angiogenesehemmer waren es median nur 34,3 Monate (Hazard Ratio [HR]: 0,82; p = 0,031).

„Die Überlebenskurven begannen sich ab dem Monat 28 aufzusplitten“, berichtete Takayuki Yoshino, Direktor der Abteilung Gastrointestinale Onkologie am National Cancer Center Hospital East in Kashiwa. „Das Sterberisiko wurde um 18 % verringert. Nach 3 Jahren überlebten noch 53 % in der Panitumumabgruppe und 47 % unter dem Angiogenesehemmer, nach 4 Jahren waren es 42 % vs. 33 % und nach 5 Jahren 32 % vs. 21 %, jeweils zugunsten der Therapie mit dem EGFR-Hemmer“, so Yoshino in der Plenary Session. Die Analyse der Gesamtpopulation habe ebenfalls einen Vorteil beim Gesamtüberleben für Panitumumab ergeben (HR Panitumumab vs. Bevacizumab: 0,84; p = 0,03).

Häufiger sekundäre R0-Resektionen möglich

Sowohl in der Population mit linksseitigem Primärtumor, als auch in der Gesamtpopulation konnte nach einer Panitumumabbehandlung häufig sekundär R0-reseziert werden: Die Raten lagen bei 18,3 % im Panitumumabarm und 11,6 % unter dem Angiogenesehemmer, in der Gesamtpopulation betrugen die Raten jeweils 16,5 % und 10,9 %. Das progressionsfreie Überleben unterschied sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen praktisch nicht (HR: 0,98).

„Diese Studie belegt, dass bei RAS-Wildtyp und linksseitigem metastasiertem Kolonkarzinom die Wahl des ersten Biologikums in der Kombination mit Chemotherapie klinisch relevant ist und die initiale Behandlung mit Panitumumab plus FOLFOX der initialen Therapie mit Bevacizumab plus FOLFOX überlegen ist“, so Yoshinos Fazit.

Die PARADIGM-Studie untermauert die aktuellen Empfehlungen deutscher Leitlinien durch neue, prospektive Daten. © nsi/aerzteblatt.de

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