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Politik

Bundesärztekammer warnt vor „Datenblindflug“ im Coronaherbst

Donnerstag, 9. Juni 2022

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Berlin – Zur Vorbereitung auf eine mögliche neue Coronawelle im Herbst fordert die Bundesärztekammer eine bessere Datengrundlage zur Bewertung der pandemischen Lage.

„Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren einen wahren Datenblindflug erlebt, der keine gute Grundlage für rationale Entscheidungen war“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe heute.

Nur wenn Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen herrsche, könne man die Krankenhaus- und Intensivbettenbelastung realistisch prognostizieren, betonte Reinhardt. Die Bundesregierung sollte sich nach den Worten von Reinhardt daher den Rat ihrer Expertinnen und Experten zu eigen machen und endlich systematisch Daten zu Infektionsdynamik, Krankheitsschwere und zur Belastung des Gesundheitswesens erheben und auswerten. Der 19-köpfige Coronaexpertenrat hatte in seiner gestern veröffentlichten Stellungnahme unter anderem eine solche Datenerhebung verlangt.

Reinhardt ergänzte, es brauche zudem Gewissheit darüber, wie wirksam die in der Vergangenheit ergriffenen Maßnahmen gewesen seien: „Denn die Bevölkerung wird erneute Einschränkungen nur dann akzeptieren, wenn diese erwiesenermaßen notwendig und wirksam sind", so der Ärztekammer-Präsident. Die Erkenntnisse aus der Evaluation der Coronamaßnahmen, die Ende des Monats vorliegen soll, müssten daher ebenfalls in die weitere Planung einfließen.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, forderte unterdessen Vorschläge von der Politik, wie die geforderte Datenerhebung finanziert und ohne Mehraufwand für Kliniken geschaffen werden solle.

„Wenn die Politik jetzt für den Herbst Echtzeitdaten aus den Krankenhäusern nutzen möchte, muss sie die Frage beantworten, wie dies technisch realisiert werden soll und wer die Kosten für die notwendigen IT-Investitionen übernimmt“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Bekanntermaßen fällt der Investitionsfinanzierung in die Zuständigkeit der Länder, die aber noch keinerlei Initiative erkennen lassen.“ © kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 9. Juni 2022, 20:48

Weiß der Kollege Klaus Reinhardt eigentlich, was er will?

Ich kann doch nicht auf der einen Seite den Expertenrat über den grünen Klee loben, der zu Recht die geradezu jämmerlich insuffiziente Datenlage kritisiert und zugleich als Bundesärztekammer eine bessere Datengrundlage zur Bewertung der pandemischen Lage einfordern, für die auch die BÄK mitverantwortlich ist.

Wer schimpft: „Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren einen wahren Datenblindflug erlebt, der keine gute Grundlage für rationale Entscheidungen war“, so der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe heute, muss auch seine eigene Verantwortlichkeit für dieses Desaster reflektieren.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Dortmund
Avatar #93495
MTJF
am Donnerstag, 9. Juni 2022, 19:09

Aufklärungszettel und Nachbeobachtungszeit

Bitte auch dringend ein Impfen ohne Aufklärungszettel und ohne Nachbeobachtungszeit ermöglichen, die Abläufe müssen dringend vereinfacht und verschlankt werden!
Avatar #93495
MTJF
am Donnerstag, 9. Juni 2022, 19:09

Aufklärungszettel und Nachbeobachtungszeit

Bitte auch dringend ein Impfen ohne Aufklärungszettel und ohne Nachbeobachtungszeit ermöglichen, die Abläufe müssen dringend vereinfacht und verschlankt werden!
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