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Razzien in Belgien und Luxemburg bei Ferrero wegen Salmonellen in „Kinder“-Produkten

Donnerstag, 9. Juni 2022

/picture alliance, BELGA, Eric Lalmand

Brüssel – Im Rahmen ihrer Untersuchungen wegen eines Salmonellenausbruchs bei „Kinder“-Schokoladenprodukten haben belgische und luxemburgische Ermittlungsbehörden gestern mehrere Standorte des Süßwarenkonzerns Ferrero durchsucht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Luxemburg wurden unter anderem Dokumente und Computerhardware beschlagnahmt. Festgenommen wurde demnach aber niemand.

Von einer der Razzien betroffen war demnach das Ferrero-Werk im belgischen Arlon, wo die mit Salmonellen verseuchten „Kinder“-Produkte hergestellt wurden.

Die Niederlassung ist seit dem 8. April auf Beschluss der Gesundheitsbehörden geschlossen. Weitere Razzien gab es demnach an Standorten in Brüssel sowie im Großherzogtum Luxemburg, wo Ferrero auch seinen Hauptsitz hat.

Die Ermittlungen sollen klären, wer für die Salmonellenverseuchung verantwortlich ist und ob es Versäumnisse bei der Unterrichtung der Gesundheitsbehörden gab.

Nach Angaben der Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Anne-Sophie Guilmot, wird unter anderem wegen des Verdachts von „Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit und -hygiene“, „der fahrlässigen Körperverletzung“ und „der unterlassenen Hilfeleistung“ ermittelt.

Der italienische Süßwarenkonzern wird verdächtigt, die Behörden erst spät alarmiert und die Produkte verspätet zurückgerufen zu haben. Obwohl bereits im Dezember 2021 Salmonellen in einem Buttermilchtank in Arlon entdeckt wurden, begann der Konzern erst Anfang April mit dem Rückruf von tausenden Tonnen „Kinder“-Produkten.

Bis Mitte April brachten die europäischen Behörden 150 Fälle von Salmonellose in neun Ländern, darunter auch in Deutschland, mit den Schokoladenprodukten in Verbindung. Der Großteil des Salmonelleninfektionen trat demnach bei Kindern unter zehn Jahren auf. © afp/aerzteblatt.de

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