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Medizin

Moderna: Weiterer bivalenter Omikron-Impfstoff als Booster wirksam

Donnerstag, 9. Juni 2022

/picture alliance, ROBIN UTRECHT

Cambridge/Massachusetts – Der bivalente Impfstoff, der neben der originalen mRNA-1273 die auf Omikron angepasste mRNA-1273.214 enthält, hat in einer Phase-2/3-Studie als Booster eine gute neutralisierende Wirkung erzielt. Der Hersteller Moderna hofft auf eine Zulassung des Impfstoffs, der im Spätsommer zur Verfügung stehen könnte.

Moderna hat frühzeitig auf die genetischen Veränderungen von SARS-CoV-2 reagiert und spezielle Impfstoffe gegen die Varianten Beta, Delta und Omikron entwickelt. Die ersten beiden Impfstoffe dürften noch vor dem Abschluss der klinischen Studien obsolet sein. Wenn jedoch Omikron und seine Subtypen die dominierenden Varianten bleiben sollten, könnte mRNA-1273.214 im Herbst zur rechten Zeit kommen. Der Impfstoff wurde in 32 Positionen auf die Mutationen im Spikegen von Omikron angepasst.

Die Konzeption neuer mRNA-Impfstoffe ist einfach, im Notfall könnte auch innerhalb kürzerer Zeit eine größere Menge produziert werden. Vor ihrer Einführung müssen die Impfstoffvarianten jedoch klinisch getestet werden, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Moderna hatte im April zunächst Ergebnisse zu mRNA-1273.211 vorgestellt, die auf die Beta-Variante zugeschnitten ist. Auch dieser Impfstoff erzielte eine gewisse Boosterwirkung gegen Omikron.

In der aktuellen Studie wurde ein Impfstoff, der mRNA-1273 mit mRNA-1273.214 kombiniert, mit mRNA-1273 allein verglichen. Beide Impfstoffe wurden als Booster nach einer Grundimmunisierung gegeben. Bei 437 Studienteilnehmenden liegt die Boosterung 1 Monat zurück. In dieser Zeit kam es laut dem Hersteller zu einem deutlichen Anstieg der neutralisierenden Antikörper. Gegen die Variante Omikron soll der mittlere geometrische Titer (GMT) um den Faktor 8 gestiegen sein. Moderna gibt ihn für RNA-1273.214 mit 2.372 an. Auch die Boosterung mit mRNA-1273 steigerte den Titer auf 1.473. Dies bedeutet einen Anstieg um 75 %: Die Rate von 1,75 war mit einem 97,5-%-Konfidenzintervall von 1,49 bis 2,04 signifikant.

Eine noch stärkere Wirkung erzielten die beiden Impfstoffe gegen den Wildtyp von SARS-CoV-2: RNA-1273.214 steigerte den GMT auf 5.977, nach dem Booster mit mRNA-1273 stieg der GMT auf 5.649. Die Rate von 1,22 (1,08-1,37) zeigt eine leicht bessere Wirkung an.

Jörg Timm, Leiter des Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Düsseldorf hält ein Abwarten auf den adaptierten Impfstoff dennoch nicht für sinnvoll, da man die Daten zur Wirksamkeit dieser Impfung noch nicht kenne. Moderna hatte in der Pressemitteilung zwar ein positives Bild gezeigt. Details sein aber noch nicht bekannt. „Die Endpunkte zur Immunogenität in den Studien beziehen sich sicherlich auf die BA.1 Variante. Ob die Ziele auch für BA.5 erreicht werden, wäre jetzt eine wichtige Info.“

Ebenso wichtig wie die Schutzwirkung ist die Sicherheit. Die Auffrischung mit mRNA-1273.214, die in einer Dosis von 50 µg erfolgte, wurde von den Studienteilnehmenden gut vertragen, heißt es in der Pressemitteilung. Das Sicherheits- und Reaktogenitätsprofil sei mit der Gabe von mRNA-1273 in derselben Dosis vergleichbar.

Der Hersteller will als nächstes die immunologischen Ergebnisse nach 91 Tagen vorstellen und hofft, dass der neue Impfstoff im Spätsommer zugelassen werden kann. © rme/aerzteblatt.de

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