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Medizin

Radioliganden­therapie vorteilhafter als Chemotherapie bei vorbehandeltem mCRPC

Samstag, 11. Juni 2022

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Chicago – Eine Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617 ist eine gut tolerierbare Option für vorbehandelte mCRPC-Patienten bei ähnlichem 3-Jahres-OS im Vergleich zu Cabazitaxel.

Wirkstoffe, die gegen das Prostata-spezifischen Membranantigen (PSMA) gerichtet sind, gelten als spannender Forschungsbereich für personalisierte Behandlungsstrategien bei metastasierendem Prostatakarzinom.

Zu diesen Optionen zählt zum Beispiel die zielgerichtete Radioligandentherapie mit dem kleinen Molekül (Radioligant) 177Lu-PSMA-617. Mit diesem Radioliganden werden PSMA-exprimierende Zellen und deren Mikroumgebung einer zielgerichteten Betastrahlung ausgesetzt.

Aus der Phase-2-Studie (NCT03392428) ist bereits bekannt, dass Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) die nach Docetaxel randomisiert 177Lu-PSMA-617 oder Cabazitaxel erhielten, besser von 177LuPSMA-617-profitierten. So waren beispielsweise die PSA-Ansprechrate (66 % vs. 37 %), das progressionsfreien Überleben (HR 0,63), Grad 3-4-Toxizitäten (33 % vs. 53 %) und das patientenberichtete Outcome vorteilhafter unter 177LuPSMA-617 als im Vergleich zu Cabazitaxel (The Lancet, 2021; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)00237-3)

Somit könnte 177Lu-PSMA-617 eine neue wirksame Therapieklasse und eine mögliche Alternative zu Cabazitaxel avancieren. Daher stellte Onkologe Prof. Michael Hofman vom Peter MacCallum Cancer Centre and Sir Peter MacCallum Department of Oncology an der Universität in Melbourne (Australien) anlässlich des ASCO 2022 den sekundären Endpunkt (Gesamtüberlebens (OS)) vor (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.5000).

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten (Datenschnitt: 31. Dezember 2021) waren 70/101 der zugewiesenen Cabazitaxel- und 77/99 der zugewiesenen LuPSMA-Patienten verstorben. Das OS war in der LuPSMA-Kohorte im Vergleich zur Cabazitaxel-Kohorte ähnlich (19,1 vs. 19,6 Monate, Differenz -0,5, 95-% KI -3,7 bis + 2,7). In der Nachbeobachtung wurden keine zusätzlichen Sicherheitssignale verzeichnet.

LuPSMA ist eine geeignete Option für Männer mit mCRPC, die nach Docetaxel fortschreiten, so das Fazit von Hofman. Unter LuPSMA wurden weniger unerwünschte Ereignisse, höhere Ansprechraten, bessere patientenberichtete Ergebnisse (PROs) bei ähnlichem OS im Vergleich zu Cabazitaxel beobachtet.

In einer Phase-3-Studie (VISION, n=831) wurde das Outcome (röntgenologisch progressionsfreies Überlebens (rPFS) und (OS)) bei Patienten PSMA-positivem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC), die zusätzlich zur optimierten Supportivtherapie (BSC/BSoC, best supportive/best standard of care) 177Lu-PSMA-617 erhielten, im Vergleich zu BSC/BsoC allein untersucht (DOI: 10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.LBA4)

Einschlossen wurden Patienten, die zuvor Enzalutamid oder Abirateron und mindestens 1 taxanhaltige Therapie erhalten haben. In der Gruppe mit 177Lu-PSMA-617 war das rPFS versus BSC/BsoC alleine deutlich länger (median rPFS, 8,7 vs. 3,4 Monate; HR, 0,40; p<0,001). Auch das OS war mit der Radioligandentherapie gegenüber BSC/BsoC alleine deutlich verbessert (medianes OS, 15,3 vs. 11,3 Monate; HR, 0,62; p<0,001).

Unerwünschte Ereignisse aller Schweregrade, die unter 177Lu-PSMA-617 häufiger auftraten waren Fatigue (49,1 % vs. 29,3 %), Myelosuppression (47,4 % vs. 17,6 %), Mundtrockenheit (39,3 % vs. 1 %), Übelkeit/Erbrechen (39,3 % vs. 17,1 %) und Niereneffekte (8,7 % vs. 5,9 %). 177Lu-PSMA ist ein vielversprechender Kandidat, selbst bei stark vorbehandelten Patienten mit mehreren systemischen Therapielinien. © cw/aerzteblatt.de

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