NewsÄrzteschaftFachgesellschaften fordern Leberscreening im Rahmen von Chronikerprogrammen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaften fordern Leberscreening im Rahmen von Chronikerprogrammen

Donnerstag, 9. Juni 2022

/natali_mis, stock.adobe.com

Berlin – Ein stärkeres Engagement gegen die Ausbreitung von nicht-alkoholischen Fettlebern (NAFLD) und ihre Folgeerkrankungen fordert ein breites Bündnis von Fachgesellschaften und Verbänden.

„Die NAFLD betrifft heute schon jeden dritten Deutschen. Die Fettleber ist eine neue Volkskrankheit“, sagte Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Bei einer NAFLD verfetten die Leberzellen. Die Fetteinlagerungen können in der Leber zu Entzündungen führen. Diese hinterlassen Gewebeschäden und Narben, wodurch ihre Funktionsfähigkeit sinkt und das Risiko einer Leberzirrhose sowie von Leberkrebs steigt. Unbehandelt kann sich die Fettleber zu einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis entwickeln, auch als Fettleberhepatitis bezeichnet (Non-Alcoholic Steatohepatitis, NASH)

„Für eine wirksame Prävention ist vor allem wichtig, dass die Politik gesunde Ernährung und Bewegung mit entsprechenden Maßnahmen fördert – sowohl für Kinder als auch Erwachsene“, erklärte Martina de Zwaan, Past Präsidentin der Deutschen Adipositas Gesellschaft, zum heutigen weltweiten NASH-Tag.

Wichtig ist laut den Verbänden eine möglichst frühe Diagnose der NAFLD durch entsprechende Programme. Sie fordern, ein entsprechendes Screening in das Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas und Typ-2-Diabetes mellitus aufzunehmen: „Mit dem bestehenden DMP Adipositas und Typ-2-Diabetes mellitus können wir Betroffene von Lebererkrankungen bereits früh identifizieren und frühzeitig therapieren. Die DMP müssen allerdings durch die einfache und nahezu kostenneutrale Berechnung eines Leberscores bei der Routinelabordiagnostik, zum Beispiel den FIB-4, ergänzt werden“, so Wedemeyer.

An dem Aufruf beteiligen sich neben der DGVS und der DAG die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen, die Deutsche Leberstiftung und die Deutsche Leberhilfe. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER