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Ärzteschaft

STIKO rät zur Impfung von Risikogruppen gegen Affenpocken

Donnerstag, 9. Juni 2022

/picture alliance, CHROMORANGE, Michael Bihlmayer

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine Impfung gegen Affenpocken im Rahmen der Postexpositionsprophylaxe und als Indikationsimpfung für Risikogruppen. Zunächst sollten bevorzugt Impfungen zur Postexpositionsprophylaxe durchgeführt werden.

Diese Empfehlungen hat die STIKO in einem Beschlussentwurf zur Impfung gegen Affenpocken für Menschen ab 18 Jahren formuliert. Sie gelten unter Vorbehalt der Rückmeldungen aus dem Stellungnahmeverfahren, in das der Beschlussentwurf heute gegangen ist.

In diesem heißt es, dass Personen, die in Kontakt mit Infizierten gekommen sind, möglichst innerhalb von 14 Tagen geimpft werden sollten, um eine Affenpockeninfektion verhindern zu können. Das gilt für Menschen mit engem körperlichen Kontakt über verletzte Haut oder über Schleimhäute, zum Beispiel beim Sex oder im Haushalt. Aber auch bei längerer Begegnung mit Infizierten mit einem Abstand von weniger als einem Meter kann eine Impfung erfolgen.

Darüber hinaus sollte sich medizinisches Personal im Rahmen der Postexpositionsprophylaxe impfen lassen, das ohne ausreichenden Schutz wie medizinischer Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe oder Schutzkittel mit an Affenpocken Erkrankten, deren Körperflüssigkeiten oder potenziell infiziertem Material Berührung hatte.

Ähnliches kommt für Labormitarbeiter in Frage, die ungeschützt mit Proben umgegangen sind, die nichtinaktiviertes Affenpockenmaterial enthalten.

Eine Indikationsimpfung empfiehlt sich der STIKO zufolge bei Menschen, die ein erhöhtes Expositionsrisiko haben. Dazu gehören etwa Männer, die Sex mit Männern und häufig wechselnden Partnern haben. Denn bisher sind der STIKO zufolge Affenpocken in Deutschland nur bei dieser Personengruppe aufgetreten.

Weiterhin können Angestellte in Speziallaboratorien eine Indikationsimpfung erhalten, wenn sie mit infektiösen, Orthopockenmaterial enthaltenen Proben arbeiten. Voraussetzung ist eine individuelle Risikobewertung durch Sicherheitsbeauftragte.

Nach Angaben des RKI haben sich hierzulande 131 Menschen aus 10 Bundesländern mit Affenpocken infiziert. Der in der Europäischen Union zugelassene Pockenimpfstoff (Imvanex, Bavarian Nordic) bietet auch einen Schutz vor Affenpocken. Da der Impfstoff aktuell noch nicht ausreichend zur Verfügung steht, sollten laut STIKO zunächst Impfungen zur Postexpositionsprophylaxe erfolgen.

Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfungen notwendig. Der Abstand zwischen den beiden subkutan verabreichten Impfungen beträgt maximal 28 Tagen. Liegt bereits eine Pockenimpfung vor, muss nur einmal geimpft werden. © aks/aerzteblatt.de

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