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Medizin

Radikale Prostatektomie: PSA-Rezidiv bei circa jedem 4. Patienten im Langzeitverlauf

Samstag, 11. Juni 2022

/picture alliance, zb, Hans Wiedl

Chicago – Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom ist die radikale Prostatektomie eine primäre Therapieoption. Im Langzeitverlauf tritt bei 27 % der operierten Patienten ein biochemisches Rezidiv auf und darunter bei jedem 10. Patienten eine metastasierende Erkrankung. Diese wird für median 9 Jahre ab Diagnose überlebt.

Die Daten zur Langzeitprognose nach Prostatektomie sind bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt worden (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.5090).

Datenbasis ist eine große US-Kohorte mit 22.033 Männern, denen wegen eines fortgeschrittenen Karzinoms die Prostata entfernt worden war. Der Zeitraum der Operationen lag zwischen 2005 und 2015. Der Cut-Off für die retrospektive Analyse aus der nationalen Kohorte war Ende 2019.

Das Rezidivrisiko nach Prostataentfernung ist unter anderem davon abhängig, ob R0 reseziert werden konnte oder nicht. Aber auch bei negativem Schnittrand kann ein erhöhtes Rezidivrisiko bestehen, zum Beispiel bei einem geringen Differenzierungsgrad des Tumors (Gleason-Score ≥ 8) oder hohen PSA-Werten (≥ 20 ng/ml) vor der Operation.

Das biochemische Rezidiv nach radikaler Prostatektomie war in der Studie definiert durch PSA-Konzentrationen von ≥ 0,2 ng/ml mehr als 3 Monate nach Prostatektomie.

Nach histopathologischer Untersuchung der Resektionspräparate wurden 71 % der Tumore als pT2 klassifiziert, 16,2 % als pT3 und 0,1 % als pT4, bei den übrigen war das pT-Stadium unklar. Beim größten Teil der Patienten (70 %) lag der PSA-Wert vor Op zwischen 4,1 und 10 ng/ml, 15,2 % hatten einen PSA-Wert ≤ 4 ng/ml, bei 11 % lag er zwischen 10,1 und 20 ng/ml und bei 4 % ≥ 20 ng/ml.

Eine R0-Resektion wurde bei 71,4 % der Gesamtkohorte erreicht, positive Schnittränder fanden sich bei 17,9 % und bei den übrigen war der Resektionsstatus nicht klar dokumentiert.

5.963 Patienten hatten ein PSA-Rezidiv, das waren 27,1 % der Kohorte über den gesamten Beobachtungszeitraum. 5 Jahre nach Operation wurde der Anteil mit biochemischem Rezidiv auf 21 % geschätzt und 10 Jahre nach Op auf 29 %. 11 % der 5.963 Männer mit biochemischem Rezidiv (n = 678) entwickelten Metastasen, und in dieser Gruppe starben 35 % an der metastasierten Erkrankung. Das mediane Überleben nach Diagnose einer metastasierten Erkrankung betrug 8,8 Jahre.

Die Autoren vermuten, dass sich das metastasenfreie Überleben nach biochemischem Rezidiv im Verlauf der Zeit verbessert habe und ebenso die Überlebenszeit nach Diagnose einer metastasierten Erkrankung. Auf der anderen Seite könnten Optimierungen der Bildgebung die Rezidivrate ansteigen lassen.

In Deutschland erkranken jährlich circa 65.200 Männer an Prostatakrebs und circa 15.000 sterben daran. Das mediane Sterbealter nach Prostatakarzinomdiagnose liegt in Deutschland bei 81 Jahren. © nsi/aerzteblatt.de

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