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Politik

Inflation und Pandemie: Krankenhäuser rechnen mit hohen Zusatzkosten

Freitag, 10. Juni 2022

/everythingpossible, stock.adobe.com

Berlin – Wegen der Coronapandemie und der hohen Inflation rechnet die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit zusätzlichen Kosten in Milliardenhöhe für die Krankenhäuser.

Der Verband erwarte für das laufende Jahr bundesweit einen außerplanmäßigen Kostenanstieg von rund 1,45 Milliarden Euro, berichtete die Augsburger Allgemeine heute.

Die Klinken litten unter massiv gestiegenen Preisen für Energie, Medizinprodukte, Medikamente, EDV-Produkte und auch Lebensmittel, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der Zeitung. Zudem hätten die Kliniken Einnahmen durch ausgefallene Behandlungen in den Pandemiewellen verloren.

Auf die angespannte wirtschaftliche Lage durch die Inflation und die Pandemie, die auch zu einem gestiegenen Aufwand bei Behandlungen geführt habe, wies die Krankenhausgesellschaft auch in einem gemeinsamen Brief mit der Gewerkschaft Verdi und dem Ärzteverband Marburger Bund an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hin.

„Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist aktuell dramatisch und es drohen kurzfristig spürbare Einschränkungen in der Patientenversorgung sowie weitere Belastungen für die Beschäftigten“, heißt es in dem Brief, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt. Es brauche eine angemessene kurzfristige Reaktion der Politik, um Standortschließungen, Personalabbau oder Einschränkungen von Versorgungsangeboten zu verhindern.

Gaß forderte in der Augsburger Allgemeinen für das laufende Jahr einen Rechnungsaufschlag auf alle Krankenhausrechnungen in Höhe von zwei Prozent.

Anlässlich dieser Forderung der DKG erklärte heute Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband: „Es ist ein Reflex bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft geworden, notwendige Reformen durch immer mehr Geld von den Krankenkassen oder den Steuerzahlern zu vermeiden.“

In den letzten drei Jahre seien die Einnahmen der Kliniken um 11 Milliarden Euro gestiegen, gleichzeitig sei aber die Anzahl der leerstehenden Betten von 23 auf 33 Prozent gewachsen. „Mehr Geld für weniger Leistung ist kein tragfähiges Zukunftskonzept“, so Stoff-Ahnis. Für eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung der Patienten bräuchten die Kliniken insgesamt „nicht mehr Geld, sondern mehr Veränderung“.

Sie verwies auf mögliche Ansatzpunkte: So sollten schwer Kranke grundsätzlich in spezialisierten Kliniken behandelt, bedarfsnotwendige Kliniken auf dem Land müssten wo notwendig extra gefördert und Doppelstrukturen vermieden werden. © dpa/aerzteblatt.de

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