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KBV: Dokumentations­aufwand muss deutlich reduziert werden

Freitag, 10. Juni 2022

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Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßt die geplante Überprüfung der Qualitätssicherungsverfahren durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Der Schritt sei dringend notwendig, da in den vergangenen Jahren sehr viele Qualitätssicherungs-Richtlinien erlassen worden seien, die einen hohen Dokumentationsaufwand in der Praxis bedeuten, wie KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel in einem Video-Interview der KBV betont.

Der Aufwand sei gerade bei neuen Verfahren sowie der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) allmählich so groß, dass es zu Belastungen in der Praxis führe.

Schon seit Längerem fordert die KBV deshalb eine Neuausrichtung der Qualitätssicherung. „Das kann so nicht weitergehen“, sagt Kriedel und verwies auf das Zehn-Punkte-Programm der KBV, in dem Impulse für eine Neuausrichtung von QS-Verfahren genannt werden, damit die Qualitätssicherung „wirklich ihren Auftrag erfüllt und nicht überbordend wird und zu viel Bürokratie in die Praxen spült“.

Der G-BA habe das auch so akzeptiert. In dem Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der datengestützten gesetzlichen Qualitätssicherung, das er im April beschlossen hatte, seien viele Impulse aus dem KBV-Papier aufgegriffen worden, betont Kriedel. Der Beschluss sehe vor, „dass zunächst drei Verfahren der sQS überprüft werden sollen, ob es möglich sei, dass mit weniger Angaben dasselbe Qualitätssicherungs-Ergebnis“ erzielt werden könne.

Einer der Kritikpunkte der KBV an der bisherigen Qualitätssicherung sei die Vollerhebung der Daten: Es müsse derzeit jeder Fall komplett dokumentiert werden – obowhl man aus der Statistik wisse, dass mit Stichproben dasselbe Ergebnis erzielt werden könnte.

„Also, weg von der Vollerhebung, möglichst zur Stichprobe“, fordert Kriedel deshalb. Außerdem solltem mehr Routine-Daten genutzt werden. „Das sind Daten, die sowieso bei der Abrechnung in der Regel oder der Dokumentation des Arztes anfallen. Diese brauchen wir dann für die QS-Verfahren nicht doppelt zu erheben.“

Das vom G-BA beauftragte Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) wird exemplarisch Empfehlungen zur Überarbeitung, Aussetzung oder Aufhebung von Qualitätsindikatoren oder von ganzen QS-Verfahren erarbeiten. Beginnen soll es dabei mit drei ausgewählten Verfahren der sQS. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend auf alle bestehenden und zukünftigen QS-Verfahren angewendet werden.

Die KBV erwartet laut Kriedel, „dass das IQTIG binnen eines Jahres vorlegt, und wir dann aufgrund dieser Ergebnisse konkret in die Überprüfung der anderen Verfahren einsteigen können und die Richtlinien so anpassen, dass sie keine Überlastung der Praxen bedeuten“.

Für die sQS gibt es seit 2010 eine Richtlinie des G-BA. Aus Sicht der KBV sei die Idee dahinter durchaus nachvollziehbar, da immer mehr medizinische Leistungen sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor durchgeführt werden. © EB/ lau/aerzteblatt.de

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