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Ausland

WHO sieht hohe Wirksamkeit von Pockenimpfung gegen Affenpocken

Montag, 13. Juni 2022

/picture alliance, PPE, Beijersbergen

Genf – Die früher übliche Pockenschutzimpfung ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu 85 Prozent wirksam gegen eine Infektion mit Affenpocken. Das berichtete sie vorgestern in Genf unter Beru­fung auf Studien. Die routinemäßige Pockenimpfung wurde gestoppt, nachdem die Pocken 1980 als ausge­rottet erklärt wurden.

Zu Todesfällen durch die Affenpocken könne es vor allem bei kleinen Kindern und Menschen mit angegriffe­nem Immunsystem kommen, etwa durch eine HIV-Infektion, berichtete die WHO. Außerhalb Afrikas wurden seit den ersten bekannt gewordenen Fällen Mitte Mai keine Todesfälle gemeldet. Mehr als 90 Prozent der In­fizierten erholten sich nach Studien vollständig, unabhängig davon, ob sie gegen Pocken geimpft waren oder nicht.

Die Zahl der seit Mai gemeldeten Fälle von Affenpocken in Ländern außerhalb Afrikas steigt weiter. Die WHO meldete vorgestern 1.285 Fälle – bezog sich aber auf den Stand vom 8. Juni. Allein in Deutschland waren seit­dem Dutzende weitere Fälle gemeldet worden.

Das Robert-Koch-Institut nannte am vergangenen Freitag 165 Fälle aus neun Bundesländern. Betroffen sind nach WHO-Angaben mindestens 28 Länder außerhalb Afrikas. Aus acht afrikanischen Ländern, wo die Krank­heit teils seit Jahrzehnten bekannt ist, seien seit Jahresbeginn gut 1.500 Verdachtsfälle gemeldet worden. 72 Betroffene seien gestorben.

Die WHO geht davon aus, dass die Affenpocken womöglich schon seit Wochen unentdeckt in Ländern außer­halb Afrikas zirkulierten. Sie betrachtet aber das Risiko einer weltweiten Ausbreitung als moderat.

In Berlin hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am vergangenen Donnerstag eine Impfung empfohlen für Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Dazu gehören Männer, die gleichge­schlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben.

Auch Personal von Speziallaboratorien komme unter Umständen für eine vorsorgliche Impfung infrage. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) steht ab dem 15. Juni Impfstoff bereit. © dpa/aerzteblatt.de

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