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Ärzteschaft

Fallzahlen in der ambulanten Versorgung wieder über Vor-Pandemieniveau

Montag, 13. Juni 2022

/picture alliance, Marijan Murat

Berlin – Im Pandemiejahr 2021 sind die Gesamtfallzahlen in der ambulanten Versorgung im Vergleich zu 2019 mit 0,9 Prozent leicht angestiegen. So berichtet das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) in einem heute veröffentlichten Trendreport.

„Unsere aktuelle Datenauswertung der vertragsärztlichen Leistungen für 2021 zeigt eines sehr deutlich: Dank der über 183.000 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie deren hoch engagierten Praxisteams läuft die ambulante Versorgung weiter auf Hochtouren", sagte Dominik von Stillfried, Zi-Vorsitzender. Außerdem betonte er, dass die Inanspruchnahme der Arztpraxen während der Coronapandemie um ein Prozent gestiegen sei, während die Krankenhäuser 2021 einen Rückgang von 13 Prozent verzeichneten. Dies verdeutliche, dass die Arztpraxen die medizinische Versorgung der Bevölkerung getragen hätte, so von Stillfried.

Der Report verzeichnet auch einen starken Anstieg der Influenza-Impfungen. Laut dem Zi sind rund 2,1 Millionen Menschen mehr geimpft worden, was einem Anstieg von 19,8 Prozent entspreche.

Ebenfalls auffällig sei der Anstieg von psychotherapeutischen Behandlungen. Im Vergleich zu 2019 stiegen die Fallzahlen bei den Einzeltherapien um 4,6 Prozent und bei Gruppentherapien um 9,2 Prozent an.

Des Weiteren zeigt der Report die erhöhte Nutzung von telefonischen Beratungen im Pandemiejahr 2021. Rund 52,1 Prozent mehr Telefonberatungen als 2019 seien abgerechnet worden. Im Vergleich zum Vorjahr war dies allerdings ein Rückgang um insgesamt drei Prozent. Auch Videosprechstunden sind laut Zi-Daten vermehrt genutzt worden. Mit insgesamt rund 2,1 Millionen Videoberatungen im ersten und rund 1,4  Millionen im zweiten Halbjahr sind diese 2021 häufiger angeboten worden als 2019 oder 2020.

Außerdem wird auch der Bereich Früherkennungen im Trendreport erwähnt. Da es sich hierbei um verschiebbare Termine handele, sind diese im ersten Halbjahr 2020 aufgrund der Coronapandemie – zum Beispiel für Hautkrebsscreening um 50,6 Prozent – zurückgegangen.

Im Jahr 2021 gab es dann einen Anstieg der Fallzahlen unter anderem bei Früherkennungskoloskopien (plus 4,3 Prozent), Mammographie-Screenings (plus 3,9 Prozent) und die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern (plus 1,8 Prozent), verglichen mit 2019. Beim Hautkrebs-Screenings und bei DMP-Schulungen lagen die Zahlen allerdings weiterhin unter denen von 2019, nämlich jeweils etwa 10 Prozent darunter.

Neben der Früherkennung sanken laut Zi auch die ambulanten Operationszahlen 2020 pandemiebedingt um 2,1 Prozent, 2021 stiegen sie wieder und lagen 1,3 Prozent höher als 2019.

Ebenfalls gesunken ist 2020 die Anzahl von Notfall- beziehungsweise von Bereitschaftseinsätzen, welche um 18,3 sanken. Der im Jahr 2020 beobachtete rückläufige Trend im Notfall- und Bereitschaftsdienst setzte sich im Zeitraum von Januar bis Juni 2021 weiter fort – wobei die Fallzahlrückgänge noch drastischer ausfielen als im Vorjahr. Insgesamt lagen die Fallzahlen 2021 um 22,3 Prozent niedriger als 2019, so die Reportergebnisse. © aro/aha/aerzteblatt.de

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