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Ärzteschaft

HNO-Berufsverband plädiert für TI-Moratorium

Dienstag, 14. Juni 2022

/ronstik, stock.adobe.com

Neumünster – Ein sofortiges Umlenken bei der Digitalisierungsstrategie des deutschen Gesundheitswesens fordert der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Um den zu erwartenden „Totalschaden bei der Akzeptanz durch die Nutzerinnen und Nutzer“ abzuwenden, führe kein Weg an einem sofortigen TI-Moratorium vorbei.

„Die Arztpraxen sind nicht bereit, den Aufwand, den Ärger und die Zusatzkosten des beschlossenen TI-Konnektorenaustauschs ein zweites Mal mitzumachen“, verdeutlichte Dirk Heinrich, Präsident des HNO-Berufsverbandes.

Auch der diesjährige Deutsche Ärztetag befasste sich mit den Herausforderungen der Digitalisierung. Die Delegierten sprachen sich Ende Mai für eine Priorisierung von medizinischen Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) aus, welche einen konkreten, messbaren Nutzen in der medizinischen Versorgung bewirken.

Bereits im März wurde durch die Gematik der Austausch aller TI-Konnektoren festgelegt. Der Hardware-Austausch – der je nach Installationszeit alle fünf Jahre stattfinden müsse – sei die sicherste Lösung, um die Kontinuität der Arztpraxen aufrecht zu erhalten, so die Gesellschafterversammlung der Gematik.

Laut Heinrich sei dies den Arztpraxen nicht zuzumuten. Insbesondere, weil die mit den Krankenkassen vereinbarten Finanzierungshilfen nicht ausreichend seien. Viele Ärztinnen und Ärzte hätten einen Teil der hohen Kosten „aus eigener Tasche bezahlt“.

Um den Frust der Praxen besser nachvollziehen zu können, müsse man sich die Situation der Arztpraxen deutlich machen. „Erst wird die TI mit Zwangsmaßnahmen unter Androhung von Honorarabzug durchgesetzt. Als Nächstes stellt sich heraus, dass sowohl die neuen Anwendungen, wie das eRezept oder die eAU, als auch die Hardware selbst hinten und vorne nicht zu Ende gedacht sind und laufend zu Abstürzen der Praxis-IT und zu Störungen der Abläufe führen“, kritisierte Heinrich. Nun müsse die Technik für eine weitere Übergangsphase, bei „unklarer Gegenfinanzierung durch die Kassen“, ausgetauscht werden.

Die einzige effektive Lösung des Digitalisierungsproblems sieht Heinrich in dem geforderten Moratorium. Das System der TI müsse vollständig überarbeitet werden. Nur wenn die Technik einen klaren Mehrwert biete, leicht zu bedienen sei, die Finanzierung von den Kassen übernommen werde und die Praxen bei Cyberangriffen vor Haftungsrisiken geschützt seien, habe die Digitalisierung eine Chance, so der HNO-Berufsverband. © aro/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #672734
isnydoc
am Dienstag, 14. Juni 2022, 16:24

So springt man auf Züge auf ...

die zuvor niemals in Betracht gekommen sind ... drehbar um 360° ... wie Wetterfahnen eben gebaut sind ...
LNS
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