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Medizin

Lücken im Kurzzeitgedächtnis deuten schon früh auf Demenz hin

Mittwoch, 15. Juni 2022

/tomertu, stock.adobe.com

Heidelberg – Bei Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis im mittleren Lebensalter könnte es sich um Vorboten einer späteren Demenz handeln. Das fanden Forschende vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Universität Heidelberg sowie dem Krebsregister des Saarlands heraus (Age and Ageing, DOI: 10.1093/ageing/afac113).

Das Team hat untersucht, ob Personen ab einem Alter von 50 Jahren mit kognitiven Beeinträchtigungen („Sub­jective Cognitive Decline“, SCD) später häufiger an einer Demenz erkranken. Die Studienteilnehmenden, die Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis angaben, hatten gegenüber dem Rest der Gruppe ein bis zu doppelt so hohes Risiko, später eine Demenz zu entwickeln.

Am deutlichsten war der Zusammenhang für die vaskuläre Demenz: In den folgenden 9 Jahre nach der Befra­gung war das Risiko verdoppelt (adjustiertes Hazard Ratio (aHR) 2,00). Betrachtet man die 17 Jahre nach der Befragung war das Risiko 1,7-fach erhöht (aHR 1,78).

„Subjektiv wahrgenommene Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis können schon bei Menschen ab einem Al­ter von 50 Jahren auf ein erhöhtes Risiko einer Demenz hinweisen - und das bereits viele Jahre vor der Diagno­sestellung“, fasste der Studienleiter Hermann Brenner vom DKFZ die Ergebnisse zusammen. Die Beobachtun­gen würden die Bedeutung frühzeitiger präventiver Maßnahmen zur Vermeidung von Gefäßerkrankungen unterstreichen.

Lag zusätzlich zu den Kurzzeitgedächtnisstörungen eine Depression vor, war das Risiko einer Demenz­diagnose in den folgenden Jahren noch höher. „Depression und SCD sind unabhängig voneinander mit Demenz assozi­iert“, sagte Brenner. Daher seien frühzeitige präventive Maßnahmen für diese Gruppe besonders wichtig.

Auch für den Morbus Alzheimer konnten die Forschenden in den ersten 6 Jahren nach der Untersuchung eine Assoziation mit den Merkschwierigkeiten erkennen. Ein Zusammenhang zwischen Langzeitgedächtnisstö­run­gen und einer späteren Demenzerkrankungen ergab sich aus der Studie nicht.

Mithilfe statistischer Verfahren untersuchte das Forschungsteam in der Altersgruppe der Über-50-Jährigen den Zusammenhang zwischen SCD und dem Risiko, innerhalb von 17 Jahren eine Demenz zu entwickeln.

Für ihre Analysen nutzten sie Daten von 6.190 Teilnehmern, die zwischen 2000 und 2002 im Alter von 50 bis 75 Jahren in die Kohortenstudie eingeschlossen worden waren. Dabei hatten die Teilnehmenden mit Hilfe eines Fragebogens Angaben zu den subjektiv wahrgenommenen Fähigkeiten des Kurz- und des Langzeitge­dächtnisses gemacht.

Die Publikation ist Teil der ESTHER-Studie (Epidemiologische Studie zu Chancen der Verhütung, Früherken­nung und optimierten Therapie chronischer Erkrankungen in der älteren Bevölkerung), einer Zusammenarbeit des DKFZ und dem Saarländischen Krebsregister. © mim/aerzteblatt.de

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