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Ärzteschaft

AWMF für mehr Lehre zu KI-Anwendungen im Medizinstudium

Dienstag, 14. Juni 2022

/Lee, stock.adobe.com

Düsseldorf – Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) kann helfen, die medizinische Behandlung im Alltag zu verbessern. Das betont die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

„Die Anwendungsgebiete von KI in der Medizin sind vielfältig. Klar ist, dass KI die Ärztin oder den Arzt nicht ersetzen kann. Vielmehr soll sie die Behandelnden bei der Entscheidungsfindung unterstützen und dort ein­gesetzt werden, wo es den Kranken nützt“, sagte Martin Sedlmayr, Inhaber der Professur für Medizinische Informatik der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus Dresden bei einem Treffen des Arbeitskreises Ärzte und Juristen der AWMF.

Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht des Experten notwendig, KI-Anwendungen stärker in die Ausbildung der Studierenden – der Informatik und der Medizin – zu integrieren. Entscheidend ist aus Sicht des Arbeits­krei­ses, dass der Mensch die Kontrolle über die KI behalte. Dafür sei es nötig, dass Ärzte immer in der Lage seien, mögliche Fehler und deren Quellen zu erkennen.

„Das setzt wiederum voraus, dass sie nachvollziehen können und verstehen, wie KI entsteht und wie der an­gewendete Algorithmus zu Ergebnissen kommt“, betonte Alexander Cavallaro vom Imaging Science Institute in der Radiologie am Universitätsklinikum Erlangen.

Für die Zukunft ist aus Sicht der Expertenrunde außerdem wichtig, offene Haftungsfragen zu klären.

„Ärztinnen und Ärzte müssen immer in der Pflicht verbleiben, Ergebnisse der KI zu kontrollieren. Damit tragen sie weiterhin die Verantwortung für Diagnosen oder Therapiewege, auch wenn sie mithilfe von KI ermittelt wurden“, sagte der Rechtswissenschaftler Oliver Brand, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Privatversicherungsrecht, Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung der Universität Mannheim.

Allerdings bereite bei selbstlernenden Systemen die sogenannte Zurechnung von Auswirkungen der KI auf die Ärzte Probleme. „Weil die zivilrechtlichen Institute bei der Frage der Haftungszuschreibung an ihre Grenzen geraten, braucht es eine gesetzliche Neuregelung“, so Brand. © hil/aerzteblatt.de

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