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Knapp 230 Fälle von Affenpocken in elf Bundesländern

Dienstag, 14. Juni 2022

/dottedyeti, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der beim Robert-Koch-Institut (RKI) erfassten Affenpockennachweise in Deutschland ist auf mehr als 200 gestiegen. Das RKI gab die Patientenzahl heute auf seiner Webseite mit genau 229 an, nach rund 190 am Vortag.

Weiterhin seien keine Fälle bei Frauen und Kindern bekannt, teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage mit. Elf Bundesländer haben nach Angaben des Instituts Betroffene der Viruserkrankung gemeldet.

Besonders viele sind es in Berlin, wo nach aktuellstem Stand von gestern 142 Fälle registriert waren. Die Risikoeinschätzung des RKI lautet weiterhin: „Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das RKI nach derzeitigen Erkenntnissen als gering ein.“

Es gebe immer noch vereinzelte Übertragungen, „aber der Ausbruch hat eher nicht die Eigenschaft, exponen­tiell wachsende Fallzahlen zu entwickeln“, teilte Timo Ulrichs, Experte für Globale Gesundheit an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin auf Anfrage mit.

Eine sexuell übertragbare Infektionserkrankung breite sich langsamer aus als eine, bei der Erreger durch die Luft übertragen werden. Seit Mai wurden Affenpocken bei Hunderten Menschen in zahlreichen Ländern außerhalb Afrikas nachgewiesen.

„Dass die Affenpocken es überhaupt aus Afrika in die Welt geschafft haben, war zwar erwartbar, aber hat in dieser Dynamik doch überrascht“, meinte Ulrichs. Die nun dokumentierten Fälle in Deutschland ließen sich durch verschiedene Maßnahmen gut begrenzen.

Dazu gehören eine flächendeckende und gute Aufklärung über Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten – dies entspreche im Wesentlichen den Safer-Sex-Regeln – sowie gezielten Impfungen.

Wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kürzlich angekündigt hatte, sollte ab dem 15. Juni Impfstoff bereitstehen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte vorige Woche bekanntgegeben, dass für bestimmte Gruppen der Pockenimpfstoff Imvanex empfohlen werde.

Dazu zählen etwa Erwachsene, die Kontakt zu Infizierten hatten, und Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Wegen zunächst begrenzter Impfstoffverfügbarkeit hieß es, dass die Impfung bevorzugt Menschen angeboten werden soll, die dem Virus ausgesetzt waren. © dpa/aerzteblatt.de

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