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Medizin

Erstlinie beim fortgeschrittenem Melanom: ICI versus BRAF-/MEK-I

Donnerstag, 16. Juni 2022

/Christoph Burgstedt, stock.adobe.com

Chicago – Registerdaten deuten darauf hin, dass ICI in der Erstlinie im Vergleich zu BRAF/MEK-Inhibition häufiger bei Patienten mit günstigeren prognostischen Parametern erwogen werden und mit einem längeren OS bei BRAF-mutierten metastasiertem Melanom assoziiert sind.

Welche Therapiestrategie in der Erstlinie, einschließlich Immuntherapien oder zielgerichteten Optionen wie BRAF-/MEK-Inhibitoren (BRAF-/MEK-I) beim BRAF-mutierten metastasiertem Melanom mit dem besten Outcome assoziiert ist, ist Gegenstand aktueller Untersuchungen.

Das Forscherteam um Prof. Dr. Michael Weichenthal von der Universitätshautklinik Kiel, analysierte beide Behandlungsstrategien und das jeweilige Ergebnis anhand von Registerdaten.

Für diese Analyse wurden Daten aus dem Behandlungsalltag aus dem European Melanoma Registry (EUMelaReg) herangezogen und auf dem ASCO 2022 vorgestellt (DOI: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.9540).

Einschlossen wurden Patienten mit metastasierendem Melanom und BRAF-V600-Mutation, die zur Erstlinienbehandlung entweder eine Kombination aus BRAF- und MEK- oder Immun-Checkpointinhibition (ICI) mit PD-1-Einzelwirkstoff oder auch in Kombination mit PD-1- und CTLA-4-Antikörpern erhalten hatten.

In dieser Kohorte wurden 52,9 % mit BRAF-/MEK-I und 47,1 % mit ICI in der Erstlinie behandelt. Zwischen diesen Kohorten wurden signifikante Unterschiede in den Baselinecharakteristika beobachtet, gab Weichenthal zu bedenken. Beide Kohorten unterschieden sich zum Beispiel hinsichtlich der Anzahl von Metastasen, AJCC-Stadien und des ECOG-Performancestatus, mit günstigeren prognostischen Variablen für Patienten, die eine Immuntherapie erhielten.

Die Objektive Ansprechrate (ORR) war in der BRAF/MEK-I-Kohorte signifikant höher als für ICI (53,3 % vs. 42,0 %; p=0,0004), in Bezug auf Gesamtüberleben (OS) waren jedoch die Hazard Ratios unter ICI signifikant günstiger (HR 0,62; p<0,0001).

In der 2. Linie hatten Patienten, die von ICI zu BRAF/MEK-I wechselten, eine deutlich höhere ORR als Patienten, die umgekehrt wechselten (57,7 % ICI zu BRAF/MEK-I vs. 19,9 % BRAF/MEK-I zu ICI; p<0,0001) und auch ein signifikant längeres OS (15,7 vs. 10,6 Monate; p=0,01) nach Beginn der Behandlung.

Die beiden Kohorten wiesen Ungleichgewichte in wichtige Prognoserelevante Patientencharakteristika auf. Eine zielgerichtete Therapie mit BRAF/MEK-Inhibition wurde häufiger bei schwerer erkrankten Patienten als 1. Option angesetzt.

Auch nach statistischen Anpassungsbemühungen der Ungleichgewichte in den Patientenparametern war ICI in Erstlinie im Vergleich zu BRAF/MEK-Inhibition mit einem deutlich längeren OS assoziiert, nannte Weichenthal.

Aufgrund der Eigenart von Real-World-Daten konnten nicht alle, potenziell unbekannte Störfaktoren berücksichtigt werden, schilderte Weichenthal. Daher können diese Ergebnisse immer noch etwas verzerrt sein, was den Bedarf an weiteren Untersuchungen unterstreicht, um rationale Entscheidungshilfen für die Erstlinie beim BRAF-mutierten metastasiertem Melanom herauszukristallisieren. © cw/aerzteblatt.de

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