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Ärzteschaft

Ärztliche Bereitschaftspraxen tagsüber an Krankenhäusern nicht effizient

Mittwoch, 15. Juni 2022

/picture alliance, Markus Scholz

Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) bewertet die Forderung nach mehr Bereit­schafts­praxen für den Tagdienst an Krankenhäusern kritisch. Grund ist eine neue Aus­wertung von Abrech­nungs­daten.

Dem Zi zufolge haben die Notaufnahmen im Jahr 2019 rund 4,43 Millionen ambulante Fälle abgerechnet, die Montag bis Freitag zwischen 7 und 19 Uhr behandelt worden sind. „Nimmt man die größten 1.200 Notaufnah­men, so errechnen sich arbeitstäglich zwischen 7 und 19 Uhr im Schnitt 1,3 ambulante Patientenkontakte pro Stunde. Nur ein Viertel (300 Notaufnahmen) weist arbeitstäglich mehr als 1,7 solcher Kontakte pro Stunde auf“, berichtet das Zi.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben bislang an mehr als 600 Krankenhäusern Bereitschaftspraxen für die Abendstunden, Wochenenden und Feiertage eingerichtet, wenn die Arztpraxen geschlossen sind. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und andere regen aber mehr ärztliche Bereitschaftspraxen an den Notaufnahmen an. Diese sollten Akutfälle übernehmen, damit die Notaufnahmen mehr Zeit für die Behand­lung echter Notfälle hätten.

„In der Regel wäre die arbeitstägliche Präsenz am Klinikum keine effiziente Nutzung der ohnehin knappen hausärztlichen Kapazitäten“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Notaufnahme und Be­reitschaftspraxis würden dann vielmehr bald zu einem Standort der ärztlichen Primärversorgung werden. Die angestrebte Entlastung der Notaufnahmen würde konterkariert.

„Genau das könnte aber der Wunsch hinter Forderungen nach mehr Bereitschaftspraxen sein: Wieder mehr Patientinnen und Patienten an die Krankenhäuser zu holen, nachdem die Inanspruchnahme der Kliniken in den letzten beiden Pandemiejahren stark nachgelassen hat“, so von Stillfried. Er schlägt stattdessen vor, dass die Notaufnahmen Patienten tagsüber an die Praxen weiterleiten sollten, wenn dies medizinisch sinnvoll sei. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #722321
Hennighausen
am Mittwoch, 15. Juni 2022, 22:05

Gut gemeint, aber nicht bezahlbar

Kürzlich hat sich die Leitende der AOK dahingehend geäußert, dass "bei dem knappen Geld der Kassen weitere Wohltaten nicht möglich seien, weder in Richtung der Ärzte noch der Apotheken", so im Ärztenachrichtendienst "änd" mitgeteilt. Das große Defizit der GKV erfordert ein sorgsames Ausgabenmanagement, man muss mit den vorhanden Ressourcen sparsam umgehen, man kann nicht noch zusätzlich eine Tagesbereitschaft etablieren, das hierfür notwendige Geld würde dann an anderer Stelle fehlen!!!!!!
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