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Ärzteschaft

Unfallchirurgen warnen vor Folgen der Uniklinikstreiks in NRW

Mittwoch, 15. Juni 2022

/penofoto.de, stock.adobe.com

Berlin – Erst gestern hat das Arbeitsgericht Bonn den Streik der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an der Universitätsklinik Bonn für rechtmäßig erklärt. Die Unfallchirurgen warnten heute vor den Folgen der an­haltenden Streiks in den sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen (NRW) für Patienten.

„Wir sehen während der Streiks derzeit zunehmend verunfallte Patienten, die verzweifelt sind, weil sie keine adäquate Versorgung erfahren“, erklärten die Kliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Müns­ter. Der Streik werde „auf dem Rücken von verunfallten Patienten sowie dem ärztlichen Personal, welches medizinisch und organisatorisch verantwortlich ist, ausgetragen“, kritisieren die Unfallchirurgien.

Die Kliniken seien in ihrer Handlungsfähigkeit „hochgradig beeinträchtigt“ und nicht mehr in der Lage, ihrem Versorgungsauftrag und den universitären Aufgaben in Lehre und Krankenversorgung so nachzukommen, wie es die Menschen im Land benötigten, so die Warnung, die die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie ver­breitet hat.

Das Universitätsklinikum Bonn hatte bereits versucht, die Streiks vor Gericht verbieten zu lassen. Mitte Mai u­rteilte das Arbeitsgericht Bonn jedoch, die Streiks seien „verhältnismäßig“, unter anderem, weil eine Notdienst­vereinbarung existiere.

Laut den Unfallchirurgien der Unikliniken regeln diese Vereinbarungen aber lediglich lebensrettende Opera­tio­nen. Dringliche und schnellstmöglich erforderliche Operationen zur Wiederherstellung beziehungsweise zum Erhalt der Funktion von unfallverletzten Patienten seien dennoch stark eingeschränkt, ebenso wie die Übernahmeanfragen zu Kriegsverletzten aus der Ukraine.

„Inzwischen sind pro Universitätsklinikum weit über 300 Patienten aus dem Bereich Unfallchirurgie abgelehnt oder in andere Einrichtungen transferiert oder auf die Zeit nach dem Streik verschoben worden“, berichten die Kliniken.

Die Streiks haben bereits Anfang Mai begonnen. Die Kliniken unterstützen die Forderungen der Pflegekräfte grundsätzlich. Strukturelle und personelle Verbesserungen seien „zu begrüßen und ausdrücklich zu unterstüt­zen“, betonen sie. Aber dies dürfe nicht auf dem Rücken von Patienten und der behandelnden Ärztinnen und Ärzte geschehen. Die Kliniken fordern daher, die Streikmaßnahmen während der laufenden Verhandlungen auszusetzen. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #93860
vosue
am Mittwoch, 15. Juni 2022, 18:20

Hier fehlt die ärztliche Solidarität

Anstatt dem Pflegepersonal in den Rücken zu fallen, sollten die Ärzte- die ohne Pflegepersonal aufgeschmissen sind- Solidarität zeigen. Ein Streik in der Medizin muß wehtun, es passiert seit über 30 Jahren nichts- und er tut viel zu wenig weh
LNS
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