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Medizin

Ein Flüssigkeitsbolus schützt bei endotrachealer Intubation nicht vor kardiovaskulärem Kollaps

Donnerstag, 30. Juni 2022

/sudok1, stock.adobe.com

Birmingham – Ein intravenöser Flüssigkeitsbolus schützt kritisch erkrankte Patienten, die auf der Intensiv­sta­tion endotracheal intubiert werden, offenbar nicht vor einem kardiovaskulären Kollaps. Zu diesem Ergebnis kommt eine randomisierte Studie mit mehr als 1.000 Patienten aus den USA, deren Ergebnisse in JAMA ver­öffentlicht wurden (2022; DOI: 10.1001/jama.2022.9792).

„Bei der endotrachealen Intubation von kritisch Erkrankten kommt es häufig zu einem Kreislaufversagen in­folge einer unzureichenden Durchblutung, wodurch das Risiko für Herzstillstand und Tod ansteigen“, erklären Erstautor Derek W. Russell von der Division of Pulmonary, Allergy, and Critical Care Medicine der University of Alabama Heersink School of Medicine in Birmingham und seine Koautoren.

Ob die intravenöse Gabe eines Flüssigkeitsbolus die schwere Hypotonie sowie Herzstillstände und Todesfälle verhindern könnte, sei unklar gewesen.

In die klinische Studie wurden 1.067 kritisch erkrankte Erwachsene auf 11 US-Intensivstationen eingeschlos­sen. Sie wurden unter Sedierung und Positivdruck-Beatmung endotracheal intubiert. Sie erhielten randomi­siert entweder 500 ml Flüssigkeit intravenös (538 Patienten) oder keinen Flüssigkeitsbolus (527 Patienten).

Untersucht wurde das Auftreten von schwerer Hypertonie, Herzstillstand oder Tod

Als primärer Endpunkt wurde das Auftreten eines kardiovaskulären Kollaps untersucht. Dieser war definiert als Behandlung mit Vasopressoren oder systolischer Blutdruck < 65 mmHg zwischen der Induktion der Anäs­thesie und 2 Minuten nach der Intubation oder Herzstillstand oder Tod zwischen der Induktion der Anästhesie und 1 Stunde nach der Intubation.

Der sekundäre Endpunkt der Studie war die Inzidenz von Todesfällen in den ersten 28 Tagen nach der Intuba­tion beziehungsweise bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus. Insgesamt6 1.065 Patienten konnten in die Primäranalyse eingeschlossen werden. Sie waren median 62 Jahre alt, 42 % waren Frauen.

Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen

Zu einem kardiovaskulären Kollaps kam es bei 113 Patienten (21,0 %) in der Gruppe mit Flüssigkeitsbolus und bei 96 Patienten (18,2 %) in der Gruppe ohne Flüssigkeitsbolus. Die absolute Differenz zwischen den beiden Gruppen betrug 2,8 % (95-%-KI -2,2 bis 7,7) und war statistisch nicht signifikant (p=0,25).

Eine Behandlung mit Vasopressoren erfolgte in der Gruppe mit Flüssigkeitsbolus bei 20,6 % der Patienten und in der Gruppe ohne Flüssigkeitsbolus bei 17,6 % der Patienten.

Ein systolischer Blutdruck unter 65 mmHg trat bei 3,9% versus 4,2 % auf und ein Herzstillstand bei 1,7 % versus 1,5 %. In der der Gruppe mit Flüssigkeitsbolus verstarben 0,7 % der Patienten, in der Gruppe ohne Flüssigkeitsbolus waren es 0,6 %.

Auch beim sekundären Endpunkt gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen: In der Gruppe mit Flüssigkeitsbolus verstarben innerhalb von 28 Tagen 218 Patienten (40,5 %), in der Gruppe ohne Flüssigkeits­bolus waren es 223 Patienten (42,3 %). Auch hier war die absolute Differenz von -1,8 % (95-%-KI -7,9 bis 4,3] statistisch nicht signifikant (p=0,55). © nec/aerzteblatt.de

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