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Medizin

Booster erzielt in Laborstudie neutralisierende Wirkung gegen BA.4/5 und BA.2.12.1

Donnerstag, 16. Juni 2022

/picture alliance, Sven Hoppe

Columbus/Ohio – Der Immunschutz durch eine 3. Dosis von BNT162b2 oder mRNA-1273, den in Deutschland mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung erhalten hat, könnte auch gegen die neuen Omikron-Varian­ten BA.4/5 und BA.2.12.1 halten, die in Europa und den USA auf dem Vormarsch sind. Dies zeigen erste Labor­analysen im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMc2206725).

In Europa breiten sich derzeit die Subvarianten BA.4 und BA.5 aus, während in Nordamerika bereits seit einigen Wochen BA.2.12.1 dominiert. Die neuen Variante weisen Veränderungen im Spike-Protein (L452R und F486V bei BA.4/5 und L452Q und S704L bei BA.2.12.1) auf, die die neutralisierende Wirkung der Antikörper schwä­chen könnten, die durch Impfungen oder frühere Infektionen erzeugt wurden.

Ein Team um Shan-Lu Liu von der Ohio State University in Columbus hat im Labor die Seren von Personen un­ter­sucht, die 2 oder 3 Dosen eines mRNA-Impfstoffs erhalten hatten. Zwei weitere Gruppen waren nach einer Infektion mit der Delta- oder Omikron-Variante an COVID-19 erkrankt. In den Tests wurde untersucht ob die Seren die neuen Subvarianten von Omikron neutralisieren können.

Ergebnis: Eine Grundimmunisierung mit 2 Dosen BNT162b2 oder mRNA-1273, die bereits gegen die ersten Omikron-Viren (BA.1 und BA.2) nur einen geringen Schutz bot, kann auch BA.4/5 und BA.2.12.1 nicht greifen.

Nach einer 3. Dosis sieht die Situation schon besser aus: Gegenüber dem Wildtyp von SARS-CoV-2 sind die Titer zwar 4,1-fach (BA.4/5) und 3,2 fach (BA.2.12.1) geringer. Aber auch bei BA.1 und BA.2 war es zu einem Abfall um den Faktor 2,8 gekommen.

Nach den von Liu vorgestellten Daten könnte auch eine kritische Erkrankung durch die Delta-Variante (Inten­siv­behandlung) vor BA.4/5 und BA.2.12.1 schützen. Die Antikörper-Titer waren sogar etwas höher als gegen BA.1 und BA.2.

Hier dürfte allerdings zu bedenken sein, das die akuten Erkrankungen mit der Delta-Variante mittlerweile 1 Jahr zurück liegen. In dieser Zeit dürfte sich der Immunschutz verringert haben. Auch die Seren der Patienten, die zu Beginn der Omikron-Welle im Krankenhaus (aber nicht auf Intensivstation) behandelt wurden, erzielten in den Tests eine gute neutralisierende Wirkung. Die Titer waren nur um 37,8 % (BA.4/5) und 10,2 % (BA.2.12.1) niedri­ger als gegen BA.2.

Insgesamt sollte eine Auffrischung ausreichende neutralisierende Antikörpertiter gegen die Subvarianten BA.4/5 und BA.2.12.1 erzeugen, schreibt Liu, wenn auch in geringerem Ausmaß als gegen BA.1 und BA.2./rme © rme/aerzteblatt.de

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Köfer
am Freitag, 17. Juni 2022, 07:54

Antikörpertiter

allein machen ein Kraut noch nicht fett
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