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Ausland

WHO-Chef warnt: „Blind für die Entwicklung des Virus“

Montag, 20. Juni 2022

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. /picture alliance, KEYSTONE, Salvatore di Nolfi

Yogyakarta – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der Bedroh­ung durch neue Corona­vari­anten eindringlich davor gewarnt, im Kampf gegen das Virus nachzulassen. „Die Wahrnehmung, dass die Pan­demie vorbei ist, ist fehl am Platz“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus heute bei einem Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten in der indonesischen Stadt Yogyakarta.

Die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle ist in den meisten Ländern mittlerweile stark zurückgegan­gen, was zur Aufhebung zahlreicher Einschrän­kungen geführt hat. Seine Behörde sei nach wie vor sehr be­sorgt, dass „ein Mangel an Coronatests und Sequenzierung uns für die Entwicklung des Virus blind macht“, erklärte der Äthiopier. Auch befürchte die WHO, dass die Lektionen aus der Pandemie wieder verlernt würden und sich der „Kreislauf aus Panik und Nachlässigkeit“ wiederhole.

Die G20-Gesundheitsminister wollen bei dem zweitägigen Treffen unter anderem darüber beraten, wie die globalen Gesundheitssysteme gestärkt werden können. Auch geht es um eine mögliche Standardisierung internationaler Reisedokumente, darunter vor allem Impfzertifikate. Das G20-Vorsitzland Indonesien strebt im Zuge der Wiedereröffnung der Grenzen eine weltweite Harmonisierung der Coronagesundheitsprotokolle für sicheres Reisen an.

„Globale Zusammenarbeit ist entscheidend, um die Pandemie zu überwinden und sicherzustellen, dass wir auf die nächste vorbereitet sind“, sagte die Sprecherin des indonesischen Gesundheitsministeriums, Nadia Tarmizi, vor Beginn der Gespräche. Das Treffen sei ein wichtiger Moment für die G20, um die Kapazitäten der nationa­len, regionalen und globalen Gesundheitssysteme zu stärken.

Morgen wollen die Gesundheitsminister mit den G20-Finanzministern zusammen­kommen, um über einen geplanten Finanzvermittlungsfonds (FIF, Financial Intermediary Fund) zu beraten. Dieser soll helfen, das weltweite System zur Vorbereitung und Reaktion auf künftige Pandemien zu stärken.

Ende Oktober werden sich die G20-Gesundheitsminister zu weiteren Gesprächen auf Bali treffen – kurz vor Beginn des G20-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs, das am 15. und 16. November auf der beliebten Urlaubsinsel stattfindet. © dpa/aerzteblatt.de

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