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Politik

Unikliniken und Großkrankenhäuser mahnen rasche Krankenhausreform an

Montag, 20. Juni 2022

/picture alliance, Barbara Gindl

Berlin – Die Universitätskliniken in Deutschland und die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG-Klini­ken) haben die Bundesregierung dazu aufgerufen, die Strukturreformen bei der Krankenhausversorgung ent­schlossen anzugehen.

„Eine klare Rollenverteilung in der Krankenversorgung und eine breite Vernetzung aller Akteure sind ent­schei­dende Voraussetzungen, den Herausforderungen, vor denen die Krankenhäuser derzeit stehen, zu be­gegnen“, hieß es heute aus dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD).

Die Ampelkoalition will laut dem Koalitionsvertrag sogenannte Versorgungsstufen als Grundlage heranziehen, um das bisherige Finanzierungssystem weiterzu­entwickeln. Vorgesehen sind dabei die Stufen: Uniklinika, Maximalversorgung, Regelver­sorgung, Grundversorgung, Primärversorgung.

„Die Verknüpfung von Krankenhaus­finanzierung und Versorgungsstufen, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, ist richtig. Die Vorhaltung eines umfassenden Versorgungsangebots und die daraus resultierenden Kosten werden bislang nicht angemessen berücksichtigt“, erklärte Jens Bussmann, Generalsekretär des VUD.

Der Verband schlägt einen von der Versorgungsstufe abhängigen Multiplikator auf den Basisfallwert vor. Die­ser Multiplikator sollte durch ein wissenschaftlich unabhängiges Institut ermittelt und in regelmäßigen Ab­ständen evaluiert werden.

„Die Universitätsklinika sind die höchste Versorgungsstufe. Das ist seit jeher die Versorgungsrealität, denn nur sie beschäftigen Spezialisten aller Fachrichtungen und haben sämtliche Versorgungsangebote unter einem Dach. Das muss jetzt im Zuge der Krankenhausreform und der Weiterentwicklung der Krankenhausfinan­zie­rung berücksichtigt werden“, betonte Jens Scholz, erster Vorsitzender des VUD.

Neben der Einteilung in Versorgungsstufen sprechen sich die Universitätsklinika bei der Krankenhausplanung auf Landesebene für regionale Versorgungsnetzwerke aus. Diese Netzwerke sollten in einem ersten Schritt alle bedarfsnotwendigen Krankenhäuser mit ihren jeweiligen Versorgungsstufen umfassen. Im Zentrum sollte jeweils ein Universitätsklinikum als Koordinator stehen, das seine Expertise den anderen Netzwerkpartnern bereitstelle.

Die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser appelliert an die Bundesregierung, die Strukturreformen bei der Krankenhausversorgung so schnell wie möglich anzugehen.

„Uns läuft die Zeit davon: Wir brauchen sehr schnell einen zwischen Bund und Ländern abgestimmten und gesteuerten Prozess zur Weiterentwicklung unserer Versorgungsstrukturen“, sagte Matthias Bracht, Vorstands­vorsitzender der AKG-Kliniken.

Ohne weitere Kompensationszahlungen führe der ungesteuerte Strukturwandel sonst sehr schnell zu Versor­gungsdefiziten. „So oder so zahlen die Bürgerinnen und Bürger den Preis dafür: Entweder als Steuerzahler durch weitere Rettungsschirme oder als Patienten durch eine sinkende Versorgungsqualität“, machte Bracht deutlich. © hil/aerzteblatt.de

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