NewsMedizinStudie: Einzelnes MRT kann Morbus Alzheimer sicher erkennen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie: Einzelnes MRT kann Morbus Alzheimer sicher erkennen

Dienstag, 21. Juni 2022

/Nomad_Soul, stock.adobe.com

London – Eine Software, die auf dem maschinellen Lernen beruht, hat einen Morbus Alzheimer auf den Auf­nahmen eines konventionellen 1,5-Tesla-Magnetresonanztomografen mit nahezu 100 %-iger Sicherheit er­kannt. Die Ergebnisse wurden in Communications Medicine (2022; DOI: 10.1038/s43856-022-00133-4) vorgestellt.

Ob eine Demenz durch die Ablagerungen von Beta-Amyloiden und Tau-Fibrillen, den histologischen Merkma­len eines Morbus Alzheimer, ausgelöst wird, konnte lange Zeit erst nach dem Tod festgestellt werden. Inzwi­schen ist es möglich, die Ablagerungen in der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) sichtbar zu machen oder ihre Abbauprodukte im Liquor aufzuspüren.

Eine PET ist allerdings aufwendig und nur an wenigen Zentren verfügbar, die Lumbalpunktion ist eine inva­sive und schmerzhafte Untersuchung. Als Alternative würde sich eine Magnetresonanztomografie (MRT) an­bieten. Die Veränderungen dort, etwa eine Atrophie in den beiden Hippocampi, sind jedoch subtil. Die MRT war deshalb bisher nicht für die Diagnostik geeignet.

Dies könnte sich mit einer neuen Software ändern, die ein Team um Eric Aboagye vom Imperial College London jetzt vorstellt. Die Software, die auf der Methodik des maschinellen Lernens beruht, analysiert in 115 Hirnregionen nicht weniger als 29.520 verschiedene morphologisch-funktionelle Merkmale.

Sie wurde an Teilnehmern der „Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative“ trainiert und validiert, wobei die Aufnahme mit gesunden Kontrollpersonen und Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen ein­schließlich frontotem­poraler Demenz und Morbus Parkinson verglichen wurden. Schließlich wurden auch 83 Patienten aus dem laufenden Betrieb des Imperial College London untersucht.

Der „Alzheimer’s Predictive Vector“ kann laut Aboagye zuverlässig zwischen Menschen mit und ohne alzhei­merbedingten Pathologien unterscheiden: Die Genauigkeit betrug in der „Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative“ 98 % und in einer externen Validierung 81 %.

Er übertraf damit die standardmäßige Hippocampus-Atrophie (26 % Genauigkeit) im MRT bei weitem und stellte auch die Liquoruntersuchung auf Beta-Amyloide (62 % Genauigkeit) in den Schatten.

Ein Nachteil der Untersuchung ist der hohe Zeitaufwand. Er liegt bei den einzelnen Patienten bei 10 bis 12 Stunden. Die Software ist zudem auf MRT-Geräte mit einer Stärke von 1,5 Tesla trainiert. Bei leistungs­stärkeren Geräten war sie paradoxerweise häufiger fehleranfällig. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #986313
SteVogel
am Mittwoch, 22. Juni 2022, 06:54

AN Ruxandra1962

Der Algorithmus benötigt 10-12 Stunden für die Auswertung der Bilder. Dafür reicht ein konventionelles 1.5T MRT.
Lesen der Beiträge hilft oft weiter
Avatar #763881
Ruxandra1962
am Dienstag, 21. Juni 2022, 21:48

12 Stunden im MRT

von welcher pretest Wahrscheinlichkeit gehen die Forscher aus?
D.h. wie viele Gesunde müssen 10-12 Stunden im MRT verbringen, um 1 Erkrankten zu finden
LNS
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER