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Politik

Affenpocken: Impfung für Risikogruppen und nach Kontakt mit Infizierten

Dienstag, 21. Juni 2022

/Hit Stop Media, stock.adobe.com

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat heute ihre Empfehlungen zur Impfung gegen Affenpocken veröffentlicht. Demnach sollte sie zur Postexpositionsprophylaxe und als Indikationsimpfung für Risikogrup­pen erfolgen. Für die Impfung steht die in der Europäischen Union zugelassene Pockenvakzine Imvanex (Ba­va­rian Nordic) zur Verfügung, die auch einen Schutz vor Affenpocken bietet.

Bereits Anfang Juni hatte die STIKO Empfeh­lun­gen zur Impfung gegen Affenpocken für Menschen ab 18 Jah­ren in einem Beschlussentwurf formuliert. In dem heutigen Beschluss bestätigt die Kommission ihre früheren Empfehlungen und rät zum einen zu einer Impfung nach Exposition gegenüber Affenpocken.

Das gilt für Menschen, die engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hatten und sich über verletzte Haut oder über Schleimhäute angesteckt haben können. Zum anderen sollen Risikogruppen geimpft werden. Dazu zählen derzeit erwachsene Männer, die Sex mit Männern haben und häufig die Partner wechseln, sowie Mit­arbeitende in Speziallaboratorien, die mit infektiösen Laborproben arbeiten.

Die Impfung gewinnt immer mehr an Bedeutung, denn die Affenpocken breiten sich immer weiter aus. So ist die Zahl der registrierten Fälle in Berlin weiter gestiegen. Mit Stand gestern waren in der Hauptstadt 317 la­bor­bestätigte Infektionen bekannt, 23 Patienten seien im Krankenhaus, wie die Senatsverwaltung für Wissen­schaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in einer Onlineübersicht meldete. Vor dem Wochenende am vergangenen Freitag waren es demnach 259 bestätigte Fälle gewesen.

Bundesweit wies das Robert-Koch-Institut (RKI) heute 469 Nachweise von Affenpocken aus. Vierzehn Bun­desländer meldeten Fälle der eigentlich seltenen Viruserkrankung, in Berlin war die Zahl vergleichsweise hoch.

„Da die Ansteckung wahrscheinlich über Schleimhautkontakt erfolgt, sollten zur Vorsorge außerdem enge körperliche/sexuelle Kontakte mit wechselnden bzw. fremden Personen nach Möglichkeit vermieden werden“, rät die Berliner Gesundheitsverwaltung. Safer-Sex-Regeln wie der Gebrauch von Kondomen sollten beachtet werden, hieß es.

Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) hatte kürzlich betont, in der Hauptstadt sollten sich Risiko­gruppen möglichst schnell impfen lassen können. Derzeit würden rechtliche und organisatorische Fragen geklärt.

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Der Erreger wird laut RKI meist durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch begrenzt werden kann.

Die Gefährdung für die breite Bevölkerung wird nach wie vor als gering einschätzt. Die Symptome – darunter Fieber und Hautausschlag – verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen zum Tod führen. © dpa/aks/aerzteblatt.de

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