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Medizin

SARS-CoV-2: Bluttest kann T-Zell-Antwort schnell und in großer Anzahl messen

Dienstag, 21. Juni 2022

/phonlamaiphoto, stock.adobe.com

New York – US-Forscher haben einen Test entwickelt, mit dem sich die T-Zell-Antwort auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 in einer Blutprobe bestimmen lässt. Der Test basiert auf dem PCR-Nachweis eines Gens, das von Monozyten abgelesen wird, wenn T-Zellen aktiv werden. Laut dem Bericht in Nature Biotechnology (2022; DOI: 10.1038/s41587-022-01347-6) könnten die Testergebnisse innerhalb von 24 Stunden vorliegen.

Nach einer Impfung oder einer früheren Infektion bekämpft das adaptive Immun­system Viren einmal mit Antikörpern, die von B-Zellen produziert werden. Sie sollen die Viren neutralisieren, sprich abfangen, bevor sie eine Zelle infizieren.

Bereits infizierte Zellen werden von den T-Zellen beseitigt. Wie stark das Immunsystem reagiert, kann in Labortests ermittelt werden. Maßstab der B-Zell-Antwort ist die Konzentration der Antikörper in einer Blutprobe. Der Nachweis der T-Zell-Antwort ist komplizierter.

Bei den gängigen Tests werden die Blutproben mit Antigenen der Viren versetzt. Die Reaktion zeigt sich dann beispielsweise in einer vermehrten Freisetzung von Zytokinen wie Interferon-gamma durch die T-Zellen. Der Nachweis der Zytokine mit einem ELISpot oder ELLA ist allerdings kompliziert, teuer und zeitaufwendig, weshalb er auch in Studien meist nur an einer kleineren Gruppe durchgeführt wird.

Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ist dagegen ein massentauglicher Test. Ein Team um Ernesto Guccione vom Tisch Cancer Institute in New York hat jetzt eine Möglichkeit gefunden, die T-Zell-Aktivierung ohne ELISpot oder ELLA zu bestimmen.

Für den Test wird eine Blutprobe zunächst mit dem Spike-Protein von SARS-CoV-2 inkubiert. Dies führt (bei immunen Personen) zur Aktivierung der T-Zellen, die dann über die Ausschüttung von Interferon gamma die Monozyten alarmieren.

Die Monozyten bilden als Teil der Immunantwort den „C-X-C motif chemokine ligand 10“. Dazu müssen sie das Gen CXCL10 ablesen, also die Messenger-RNA bilden. Diese mRNA kann dann in der Blutprobe mit einem quantitativen PCR-Test nachgewiesen werden.

Die Forscher haben 2 Tests entwickelt. Einer, der qTACT-Assay, ist genau und empfindlich. Er benötigt aber eine relativ lange Verarbeitungszeit von 24 Stunden und kann nur 200 Blutproben auf einmal untersuchen, was die Kosten erhöht. Außerdem ist eine gewisse technische Geschicklichkeit erforderlich.

Der andere Test, der dqTACT-Assay, ist ebenfalls genau, er ist aber schneller und erfordert nur minimale Laborerfahrung, weshalb er kostengünstiger und einfacher zu implementieren ist.

Die Erfinder haben bereits ein CE-Zertifikat für den europäischen Markt erworben, das allerdings nur die technischen Funktionen des Tests bestätigt. Die klinische Validierung durch die Arzneimittelagenturen in den USA (FDA) und Europa (EMA) ist laut der Pressemitteilung der Klinik noch nicht abgeschlossen.

Die Chancen auf eine Zulassung stehen jedoch gut, da die Genauigkeit hoch ist. In den ersten Tests erzielte der qTACT-Assay einen AUC-Wert von 0,97 und der dqTACT-Assay einen AUC-Wert von 0,90, was sich mit dem AUC-Wert von ELISpot und ELLA von jeweils 0,95 messen kann. Der AUC-Wert („area under the curve“) kombiniert Sensitivität und Spezifität. Die AUC-Werte reichen von 0,5 (Zufall) bis 1,0 (optimal). © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #967107
Köfer
am Mittwoch, 22. Juni 2022, 14:42

Man kann

die T-Zell-Antwort also messen. Weiß man auch, was zu tun ist, damit der Organismus mit einer guten T-Zell-Antwort reagiert? Diese Seite könnte die Antwort enthalten: https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/vitamin-d-macht-das-immunsystem-scharf/
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