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Ärzteschaft

Israel und Deutschland erkennen ärztliche Fortbildungen gegenseitig an

Donnerstag, 23. Juni 2022

IMA-Präsident Zion Hagay, IMA-Geschäftsführerin Leah Wapner, BÄK-Präsident Klaus Reinhardt (von links) /BÄK

Dresden – Die Bundesärztekammer (BÄK) und der Israelische Ärzteverband (Israel Medical Association, IMA) erkennen künftig ärztliche Fortbildungen gegenseitig an. Eine dahingehende Erklärung haben beide Verbände heute in Dresden unterzeichnet.

Deutsche und israelische Ärzte sollen künftig häufiger Seite an Seite lernen und die professionellen Erfah­run­gen aus dem jeweils anderen Land mit in ihre Heimat zurückbringen. Die BÄK erkennt ärztliche Fortbildungen in Israel ab sofort an, der Vorstand der IMA muss einen dahingehenden Beschluss noch verabschieden, was aber als Formalie gilt und in wenigen Wochen abgeschlossen sein soll.

Die engeren Kontakte sollten und würden beiden Nationen gleichermaßen nützen, erklärten BÄK-Präsident Klaus Reinhardt und IMA-Präsident Zion Hagay einhellig. „Die Kooperation dient dazu, die Gesundheitssyste­me in Deutschland und Israel zu stärken. Wir haben in beiden Ländern eine medizinische Versorgung auf einem hohen Niveau und die Zusammenarbeit hat das Ziel, sie noch weiter zu verbessern“, erklärte Hagay.

„Die Zusammenarbeit mit der BÄK hilft den Ärzten in Israel und Deutschland in höchstem Maße, aber vor allem hilft sie den Patienten in beiden Staaten mit Blick auf die Qualität der Behandlung, aber auch, wenn auf medizinischer Ebene ethische Aspekte betroffen sind“, führte IMA-Geschäftsführerin Leah Wapner aus.

Reinhardt verwies auf die hohe Kompatibilität der beiden Systeme. „Es ist festzustellen, dass zwischen Israel und Deutschland außergewöhnliche Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten bestehen“, erklärte er. „Das zeigt sich auch an der unglaublichen Ähnlichkeit unserer beiden Fortbildungssysteme.“

Dabei ähneln sich nicht nur Strukturen, sondern auch die Probleme: So würden die israelischen Ärztinnen und Ärzte genauso vor der Nachwuchsfrage, Debatten um die künftige Finanzierung moderner Medizin für alle Teile der Bevölkerung bei begrenzten Ressourcen oder der Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit nicht ärzt­lichen Fachberufen stehen wie ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen.

Aber auch die Struktur und der Aufbau der beiden Gesundheitswesen an sich seien sich enorm ähnlich. Ärzte aus beiden Ländern könnten sich so gegenseitig mit unterschiedlichen Problemlösungsansätzen bereichern. „Wir möchten dahingehend die Zusammenarbeit stärken, dass israelische Kollegen das deutsche Gesundheits­wesen kennenlernen und professionelle Kontakte entstehen“, erklärte Hagay.

Reinhardt machte auch keinen Hehl daraus, dass das israelische Gesundheitssystem bei einigen wichtigen Themen Jahre voraus ist. So habe Deutschland in der Coronapandemie einen großen Nutzen daraus gezogen, dass Israel bei der Datenverarbeitung weit voraus sei und sehr systematisch Studien zur Wirkung der COVID-19-Impfungen durchführe.

„Wir können an dieser Stelle sehr von Israel profitieren, das ist ein Grund mehr, die Zusammenarbeit auszu­bauen“, erklärte Reinhardt. „Die Offenheit in Israel gegenüber neuen Technologien haben wir wahrgenommen“, betonte auch der Gastgeber des Treffens, der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer Erik Bodendieck. „Hier können wir viel von Israel lernen.“ Gemeinsames Lernen führe zu Verständigung und schaffe positive Erfahrungen für beide Seiten.

In welchem Ausmaß die Möglichkeit zu Fortbildungen im jeweils anderen Land genutzt werden wird, können weder BÄK noch IMA bereits sagen. „Ich bin mir sicher, wenn das bekannt gemacht wird, dass dann die Bereit­schaft, im jeweils anderen Land reziprok Fortbildungen zu absolvieren, stark steigen wird“, zeigte sich Rein­hardt zuversichtlich. „Wie viele Menschen daran letztlich teilnehmen, entzieht sich aber unserer Kenntnis.“

Bei der jetzigen Vereinbarung werde es nicht bleiben, in Zukunft solle die Zusammenarbeit noch ausgebaut werden, betonte Hagay. „Wir sind uns bewusst, dass das uns entgegengebrachte Vertrauen und die Bereitschaft unserer israelischen Freunde diesen Weg mit uns zu gehen, keine Selbstverständlichkeit ist“, erklärte Rein­hardt.

Tatsächlich können BÄK und IMA bereits auf mehrjährige Kooperationen – vor allem in internationalen Gremien – zurückblicken. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland waren die Vorstände beider Verbände im August 2015 in Berlin zu einer historischen gemeinsamen Vorstandssitzung zusammengekommen. Es war die erste Zusammenkunft der beiden Vorstände. © lau/aerzteblatt.de

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