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Medizin

Brustkrebs metastasiert vor allem nachts

Donnerstag, 30. Juni 2022

/Axel Kock, stock.adobe.com

Zürich – Brustkrebszellen sind offenbar nachaktiv. Die Zahl der zirkulierenden Tumorzellen im Blut war in einer Studie in Nature (2022; DOI: 10.1038/s41586-022-04875-y) bei Mäusen und Patientinnen während der Ruheperiode am höchsten. Dies könnte Auswirkungen auf die Krebstherapie haben.

Wann und warum sich Zellen von einem Krebstumor lösen, sich aktiv auf den Weg in die Blutbahn machen, um dann an einer anderen Stelle des Körpers eine Metastase zu bilden, ist weitgehend unerforscht, obwohl dieser Prozess die Prognose von Krebserkrankungen wesentlich beeinflusst.

Seit einigen Jahren ist es möglich, die zirkulierenden Tumorzellen („circulating tumor cells“ CTC) im Blut der Patienten aufzuspüren, und in der Krebsforschung wird derzeit diskutiert, ob der Nachweis von CTC als Biomarker für die Therapieplanung genutzt werden kann (wobei der Nachweis von zellfreien Nukleinsäuren derzeit die einfachere Alternative ist).

Schweizer Onkologen war aufgefallen, dass in Blutproben, die zu verschiedenen Tageszeiten entnommen wurden, sehr unterschiedliche Mengen an zirkulierenden Krebszellen vorhanden waren, wobei die Proben, die am Morgen nach dem Aufwachen entnommen wurden, mehr Zellen enthielten als abendliche Blutproben.

Ein Team um Nicola Aceto von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat das Phänomen an Mäusen untersucht, bei denen es gerade umgekehrt war. Bei den nachtaktiven Tieren stiegen die CTC im Blut während der Ruhephase am Tag an, in der Nacht wurden deutlich weniger Brustkrebszellen im Blut gefunden.

Die genetische Untersuchung der Krebszellen mit der Einzelzell-RNA-Sequen­zierungung ergab, dass einige Gene, die die Zellteilung fördern, bei Mäusen und Brustkrebspatientinnen vor allem in der Ruhephase aktiv sind. Dies spricht dafür, dass auch das Krebswachstum in der Nacht stärker voranschreitet als am Tage.

Die Forscher fanden heraus, dass Schlüsselhormone des zirkadianen Rhythmus wie Melatonin, Testosteron und Glukokortikoide die Dynamik des Krebswachstums diktierten.

Die Studienergebnisse haben unmittelbare Auswirkungen auf Studien, die den Wert von CTC für die Prognose des Mammakarzinoms untersuchen. Eine Entnahme der Blutprobe zu unterschiedlichen Tageszeiten könnte hier die Ergebnisse verfälschen. Für die Forschung könnten sich neue Ansätze ergeben. Eine Hemmung der zirkadianen Aktivierung der Tumore könnte Möglichkeiten eröffnen, die Metastasenbildung zu verhindern. © rme/aerzteblatt.de

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