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Ausland

Erste Hilfslieferungen für Erdbebenopfer in Afghanistan eingetroffen

Donnerstag, 23. Juni 2022

Aus Pakistan kamen Hilfslieferungen unter anderem mit Zelten und Decken an. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Uncredited

Scharan – Nach dem verheerenden Erdbeben in Afghanistan sind dort erste Hilfslieferungen angekommen. Das Nachbarland Pakistan schickte Last­wagen mit Zelten, medizinischen Gütern und Lebensmitteln über die Grenze.

Aus dem Ausland landeten Maschinen aus Katar und dem Iran, die ebenfalls dringend benötigte Hilfsgüter ins Land brachten, wie Regierungs­sprecher Sabihullah Mudschahid im Onlinedienst Twitter mitteilte. Auch die Europäische Union, die USA und Deutschland haben sich bereit erklärt zu helfen.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) stellte zügige Hilfen in Aussicht. „In solchen Momenten zählt allein das Gebot der Humanität“, sagte Baerbock in Berlin. Die Hilfen der Bundesre­gierung sollten nicht über die seit vergangenem Jahr in Afghanistan herrschenden Taliban geleistet werden, sondern etwa über Organisationen wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Laut Baerbock wurde von deutscher Seite bereits damit begonnen, vor Ort medizinische Hilfe für Erdbeben­opfer zu leisten. Auch sei ein Team der von der Bundesregierung unterstützten Johanniter auf dem Weg in das Katastrophengebiet. Die Bundesregierung plane, die finanziellen Mittel für die Johanniter weiter aufzustocken. Auch sollten darüber hinaus in den nächsten Tagen weitere Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Die Bundesaußenministerin äußerte sich auf einer Pressekonferenz zum „Aktionsplan Afghanistan“, den sie vor einem halben Jahr erstmals präsentiert hatte und in dem humanitäre Hilfen einer der zentralen Punkte sind. Baerbock sagte: „Wir haben die Menschen in Afghanistan nicht vergessen, und wir wissen um unsere beson­dere Verantwortung.“

Das Erdbeben der Stärke 5,9 hatte in der Nacht zum vergangenen Mittwoch den an Pakistan grenzenden Osten Afghanistans erschüttert. Von den Zerstörungen ist eine Region betroffen, in der es ohnehin häufig Erdrutsche und Steinschläge gibt.

Nach UN-Angaben wurden etwa 2.000 Häuser durch das Erdbeben zerstört. Nach vorläufigen Angaben vom Mittwoch kamen mindestens tausend Menschen ums Leben, rund 1.500 weitere erlitten Verletzungen. Es wurde jedoch mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen gerechnet.

Weil durch das Erdbeben viele Mobilfunkmasten und Stromleitungen zerstört sind, ist es für die Behörden schwierig, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. „Informationen von vor Ort zu bekommen, ist sehr schwierig wegen schlechter Netzwerke“, sagte der Informationschef der schwer betroffenen afghanischen Provinz Paktika, Mohammed Amin Husaifa.

Deswegen gebe es kein Update der Opferzahl. Laut Husaifa behinderten heftige Regenfälle den Rettungs- und Bergungseinsatz. Zudem ist das Katastrophengebiet gebirgig und schwer zu erreichen. © afp/aerzteblatt.de

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