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Ärzteschaft

Mikrobiologische Diagnostik im EBM angepasst

Freitag, 24. Juni 2022

/picture alliance, Labor Universitätsklinikum Heidelberg

Berlin – Für die mikrobiologische Diagnostik werden mehrere neue Leistungen in den entsprechenden Ab­schnitt des einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufgenommen sowie bestehende Leistungen ange­passt. Dies hat der Bewertungsausschuss zum 1. Juli beschlossen.

Die Finanzierung der neuen und der weiterentwickelten Leistungen erfolgt laut Mitteilung der Kassenärzt­lichen Bundesvereinigung (KBV) innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Hierfür wird der Be­handlungsbedarf bundesweit um insgesamt 5,75 Millionen Euro erhöht. Ein darüberhinausgehender Leis­tungsbedarf soll nach einer Überprüfung der Leistungsentwicklung ärzte- und kassenseitig hälftig geteilt werden.

Wie die KBV erläuterte, wurden mehrere Anpassungen der Mikrobiologie an den Stand von Wissenschaft und Technik beschlossen. Dies betrifft unter anderem die Aufnahme der spezifischen Gebührenordnungsposition (GOP) 32701 und 32702 für den Nachweis von Clostridioides difficile im Stuhl, der Aufnahme der GOP 32777 für Sonderfälle bei Empfindlichkeitsprüfungen sowie die Ergänzung der Hepatitis-Diagnostik um den nukle­insäurebasierten Nachweis von Hepatitis-A-, Hepatitis-D- und Hepatitis-E-Virus.

Zur Diagnostik von Infektionen mit opportunistischen Erregern bei immundefizienten Patienten – beispiels­weise unter einer immunmodulatorischen Therapie – werden die GOP 32800 bis 32803 neu in den EBM auf­genommen und bestehende Leistungen für diesen Personenkreis erweitert. Ergänzend erfolgt die Aufnahme der Bestimmung Nummer 1 in den EBM-Abschnitt 32.3.12, welche den Begriff Immundefizienz im Hinblick auf die Verwendung in den Leistungslegenden der entsprechenden GOP erläutert.

Mit der Aufnahme der drei neuen GOP 32851, 32852 und 32853 werden zudem direkte nukleinsäurebasierte Erregernachweise für Erreger einer akuten gastrointestinalen Infektion, einer sexuell übertragbaren Infektion oder einer Atemwegsinfektion indikationsspezifisch zusammengefasst. Die bisherige Berechnung nach den GOP 32826, 32829, 32836, 32838, 32841 wurde in diesem Zusammenhang gestrichen.

Der Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern kann nun für alle Arzneimittel-spezifischen Antikörper unabhängig vom auslösenden Wirkstoff nach der bestehenden GOP 32480 abgerechnet werden. Die Einschränkung auf Antikörper gegen den Wirkstoff Velmanase alfa wurde gestrichen, die GOP 32481 für Sebelipase alpha entfällt.

Die quantitative Bestimmung einer in-vitro-Interferon-gamma Freisetzung nach der GOP 32670 zum Ausschluss einer latenten oder aktiven Tuberkulose kann nunmehr nicht nur vor, sondern auch während einer Therapie durchgeführt werden, sofern dies in der Fachinformation empfohlen wird.

Zum 1. Juli werden zudem die Bewertungen der GOP 32824 (Quantitative Bestimmung der HIV-RNA) und 32827 (HCV-Genotyp) auf 89,50 Euro vereinheitlicht. Der Zuschlag für bestimmte NAT-Nachweise nach der GOP 32859 wird in die Bewertungen der direkten Erregernachweise mittels Nukleinsäurenachweis integriert und die GOP 32859 wird gestrichen. © EB/aerzteblatt.de

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