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BA.5 dominierende Variante, etwas mehr Intensivpatienten

Donnerstag, 23. Juni 2022

/Corona Borealis, stock.adobe.com

Berlin – Mehr erfasste Fälle, mehr Ausbrüche in Pflegeheimen und auch wieder steigende Patientenzahlen auf Intensivstationen: Besser übertragbare Omikron-Sublinien treiben die Coronasommerwelle in Deutschland an. Wie erwartet worden war, ist der Erreger BA.5 nun auch nach offiziellen Daten vorherrschend in Deutsch­land.

Der Anteil in einer Stichprobe liege bei 50 Prozent, geht aus dem Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu COVID-19 von gestern Abend hervor. Die Angabe bezieht sich allerdings auf vorvergangene Woche, derzeit ist bereits von höheren Werten auszugehen.

Der Virologe Christian Drosten rechnet nach den Sommerferien in Deutschland mit einer sehr hohen Zahl an neuen Coronafällen. „Ich hoffe, dass die Schulferien den Anstieg der Erkrankungsfälle etwas dämpfen werden. Aber ab September, fürchte ich, werden wir sehr hohe Fallzahlen haben“, sagte der Leiter der Virologie-Abtei­lung an der Berliner Charité dem Spiegel in einem gestern veröffentlichten Interview. Wenn nichts getan werde, werde es im Arbeitsleben „sehr viele krankheitsbedingte Ausfälle“ geben.

„Wir sehen tatsächlich schon wieder einen exponenziellen Anstieg der Fallzahlen“, warnte Drosten. „Die BA.5-Variante ist einfach sehr übertragbar, und die Menschen verlieren gleichzeitig ihren Übertragungsschutz aus der letzten Impfung.“ In anderen Ländern sehe man, dass bei sehr hohen Fallzahlen auch die Hospitalisie­rungs- und Todeszahlen wieder anstiegen. „Das wird auch bei uns leider so sein. Insgesamt werden aber viel weniger Menschen schwer erkranken und sterben als noch 2021.“

In dem RKI-Wochenbericht heißt es, die Belastung des Gesundheitsversorgungs­systems, insbesondere im in­tensivmedizinischen Bereich, sei in der vergangenen Woche wieder leicht angestiegen. Laut DIVI-Intensivre­gister nimmt die Zahl dort behandelter Coronainfizierter seit einigen Tagen wieder zu: Nach gut 600 Pa­tien­ten zu Monatsbeginn waren es mit Stand gestern 810. Zum Vergleich: Zu Hochzeiten der Pandemie in Win­termo­naten waren es teils mehrere Tausend zeitgleich.

Bei der Sublinie BA.5 war in den Stichproben zuletzt eine ungefähre Verdopplung des Anteils im Wochentakt beobachtet worden. Das wird nun nicht mehr ganz erreicht, wie der RKi-Bericht zeigt: Der Anteil wuchs im Wochenvergleich von 32 auf rund 50 Prozent. Bei weiteren Sublinien von Omikron (BA.2.12.1 und BA.4) werden ebenfalls wachsende Anteile beobachtet, aber auf bisher niedrigerem Niveau von je sechs Prozent.

Das RKI spricht von einer Zunahme der Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 23 Prozent. „Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen sowie in medizinischen Behandlungseinrichtungen ist im Vergleich zur Vorwoche weiter gestiegen.“

Angesichts der Entwicklung ruft das RKI weiterhin dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Anste­ckungen einzuhalten: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen, Lüften und Corona-Warn-App nutzen. Die Impfung habe „aufgrund ihrer hohen Schutzwirkung vor einem schweren Verlauf“ auch bei Erkrankungen durch Omikron nicht an Bedeutung verloren.

Seit dem Aufkommen von Omikron wird ein geringerer Anteil schwerer Erkrankungen und eine niedrigere Zahl von Todesfällen in Verbindung mit COVID-19 erfasst als bei früheren Varianten wie Delta.

Daran scheint sich laut Bericht auch vorerst nichts zu ändern: Bisher vorliegende epidemiologische Daten ließen „nicht darauf schließen, dass Infektionen mit BA.2.12.1, BA.4 oder BA.5 schwerere Krankheitsverläufe oder anteilig mehr Todesfälle verursachen“ als Infektionen mit den zuvor verbreiteten Sublinien BA.1 und BA.2.

Das RKI empfiehlt dennoch „dringend“, bei neu auftretenden Symptomen wie etwa Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten Kontakte zu meiden und bei Bedarf den Hausarzt zu kontaktieren – unabhängig vom Impfstatus und auch bei einem negativen Schnelltestergebnis. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #714460
DoDo2504
am Montag, 27. Juni 2022, 11:36

Paxlovid - off label use Experiment

Mich hat es leider erwischt mit B A.5.
Ein hinterhältiger wellenförmiger Verlauf seit Anfang Juni.
Da ich im Jahre 2020 schon mit dem Original Wuhan-Virus 5 Wochen lang einen heftigen wellenförmigen Verlauf und anschließend eine monatelange Erholungszeit, also Long Covid hatte, habe ich mich vor lauter Verzweiflung jetzt in der 3. Erkrankungswoche entschlossen, Paxlovid off label use zu nehmen. Es hat bereits 4 Stunden nach der ersten Dosis angeschlagen, besonders an der Lunge. Den ekligen chemischen Geschmack im Mund nehme ich gerne inkauf. Ich hoffe nun, dass es keinen Rückfall/rebound gibt.
Avatar #714460
DoDo2504
am Montag, 27. Juni 2022, 11:24

Omikron B A.5

...geht wohl leider mehr auf die Lunge als die anderen Versionen von Omikron. Da diese Escape-Mutante hochansteckend ist wie die Masern, wird es jetzt durch die Bevölkerung rauschen und nicht erst im Herbst. Die Dunkelziffer muss gigantisch sein, allein im näheren Bekanntenkreis haben 4 Erkrankte keine PCR machen lassen.
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