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Politik

Länder für weitere Regulierung Medizinischer Versorgungszentren

Freitag, 24. Juni 2022

/picture alliance, Carmen Jaspersen

Magdeburg – Weitergehende gesetzliche Regelungen bezüglich Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) fordert die Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Man strebe diesbezüglich eine gemeinsame Initiative der Länder im Bundesrat an, heißt es in einem Beschluss des gestrigen Treffens in Magdeburg.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) werde gebeten, in „geeigneter Weise und unter Berücksichtigung von Zuständigkeiten der Länder“ auch im Bereich des Beruferechts Regelungen zu treffen, die sicherstellen, Fremdinvestoren mit ausschließlich Kapitalinteressen von der Gründung und dem Betrieb zahnärztlicher medizinischer Versorgungszentren auszuschließen, so die Gesundheitsminister der Länder.

Das BMG solle zudem prüfen, wie die Thematik auch im Bereich der ärztlichen Versorgung geregelt und eine vergleichende Regelung in der Bundesärzteordnung verankert werden kann.

Aufgrund fortschreitender Investorentätigkeit im Bereich der MVZ soll nach dem Willen der Gesundheits­minis­ter insbesondere geprüft werden, ob zur Steigerung der sektorenübergreifenden Verzahnung und zur Begrenzung von investorengetragenen MVZ bei Neugründung bestimmte gesetzliche Erforderlichkeiten einzuführen sind.

Dies könne unter anderem den räumlichen Bezug durch Begrenzung auf den jeweiligen KV-Bezirk betreffen, in dem das Krankenhaus seinen Standort hat und einen unmittelbar benachbarten KV-Bezirk. In Planungs­bereiche mit festgestellter bestehender oder drohender Unterversorgung könne es gegebenenfalls Ausnah­men geben.

Die noch zu bildende Bund-Länder-Arbeitsgruppe solle die von der GMK erarbeiteten Vorschläge in die Erwägungen einfließen lassen.

„Mittlerweile gibt es zahlreiche Fachrichtungen, in denen investorengeführte Versorgungszentren klar über­wiegen. Diese Entwicklung zeigt die bundesweite Dringlichkeit, hier für klare Regeln zu sorgen“, sagte Ham­burgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD). © EB/aha/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #611660
eheissler
am Mittwoch, 6. Juli 2022, 12:18

Die Welt äbndert sich. Versucht man ernsthaft das Rad zurückzudrehen?

Lieber Kollege Hennighausen,
ich kann Ihnen nur zustimmen. Hinzukommt, dass die KZVen Kollegen, die selbst größerer Strukturen gründen und führen wollten in den 2000er Jahren nicht gerade mit offenen Armen empfangen haben. Bereitts damals war abzusehen, dass die Niederlassung auf Grund der erforderlichen Selbstausbeutung für junge Kolleg_innen häufig unattraktiv war. Hinzu kommt ein Wust von Vorschriften, Beghungen, ... auf die, die Universität nicht vorbereitet. Ich versteh junge Kolleg_innen sehr gut, wenn sie sich das nicht antun wollen. Es hat mit dem zahn-ärztlichn Beruf wenig zu tun. Da ist es sicherer und bequemer im MVZ tätig zu werden. Ohne die MVZs wird die Versorgung in Deutschland schwierig.
Avatar #722321
Hennighausen
am Samstag, 25. Juni 2022, 22:30

"Das Pferd wird vom Schwanz her aufgezäumt!"

Die Investorenaktivitäten sind auch Folge der unzureichenden Honorierung der vertragsärztlichen Tätigkeit. Ich kenne große augenärztliche MVZs, die im Laufe einer Arztgeneration entstanden sind. Kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Augenarzt das Geld hat, um ein derartiges MVZ zu kaufen. Auch wenn sich mehrere Ärzt*innen zusammentun sollten, wer möchte mit seinem Eigenheim schon für eine etwaige Fehlplanungen anderer haften? Mit der Erfahrung von mehr als 40 Jahren vertragsärztlicher Tätigkeit möchte ich formulie-ren: Wenn man ein sicheres Einkommen hat, sei es als "Diener von Vater Staat" oder durch die Beitragszahlungen der Pflichtmitglieder, dann ist es ein leichtes, sozialpolitisch zu denken, denn etwaige Folgen der Entscheidung betreffen einen nicht. Das notwendige kaufmännische Denken wird dann möglicherweise zurückgestellt, aber: Auch die Gesundheit unterliegt der Ökonomie!
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