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Politik

Zwei Innovationsfonds­projekte positiv bewertet

Montag, 27. Juni 2022

Etwa 50 bis 75 % aller Patienten, die auf Intensivstationen mechanisch beatmet werden, entwickeln ein Delir. /sudok1, stock.adobe.com

Berlin – Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat erneut angeregt, für zwei Projekte die Übernahme in die Regelversorgung zu überprüfen.

Das Projekt „Pawel“ aus dem Förderbereich „Versorgungsforschung“ konnte demnach zeigen, wie die Anzahl von Menschen über 70 Jahren, die nach einer Operation unter vorübergehenden geistigen Einschränkungen und Verwirrtheit – etwa Delir – leiden, deutlich gesenkt werden kann.

Das Projekt besteht aus mehreren Teilen. Dazu gehören ein Schulungskonzept für Behandelnde in Arzt­praxen und Krankenhäusern, Orientie­rungshilfen für Patienten sowie Präventionsmaßnahmen und ein Pflegemanage­ment.

Der Innovationsauschuss leitet die Erkenntnisse des Projekts an die Deutsche Krankenhausgesellschaft weiter, damit Krankenhäuser sie bei der eigenen Delirprävention berücksichtigen können. Gleichzeitig soll die Bun­desärztekammer prüfen, ob die Erkenntnisse des Projekts in die ärztliche Fort- und Weiter­bildung einfließen können.

In Richtung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften regt der Inno­vationsausschuss an, zu klären, ob die Erkenntnisse in die Arbeit an S3-Leitlinien eingebaut werden können.

Die Erfahrungen aus dem Projekt speziell zur Prävention leitet der Innovationsausschuss an den Deutschen Pflegerat, den Deutschen Berufsverband Pflege sowie an das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen weiter. Das Institut wird gebeten zu prüfen, inwieweit die Ergebnisse in die Qualitäts­verträge einfließen können, die Krankenkassen und Kliniken schließen.

Im Projekt „Rise-uP“ aus dem Förderbereich „Neue Versorgungsformen“ profitierten Patienten mit nicht spezi­fi­schen Rückenschmerzen nach Angaben des Ausschusses nachhaltig von einer Schmerzlinderung, unter anderem unterstützt durch den Einsatz einer Rücken-App.

Die Patienten erhielten im Rahmen des Projekts eine engmaschige Betreuung von Haus- und Fachärz­ten, die auf dem vorab bestimmten individuellen Risiko der Chronifizierung der Schmerzen aufbaut.

Dem G-BA zufolge konnten sie zudem eine spezifische Rücken-App nutzen, die Informationen zur Krankheit und Übungs­anleitungen enthielt, um sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit zu steigern. Als Ergebnis zeigte sich: Die Rückenschmerzen bei Patienten in der Projektgruppe nahmen nach zwölf Monaten deutlich stärker ab als in der Kontrollgruppe.

Die Projektergebnisse werden an die Verbände der Kranken- und Pflegekassen sowie an die Kassenärztlichen Vereinigungen weitergeleiten, damit diese sie in ihren Verträgen berücksichtigen können.

Einen Hinweis auf die Projektergebnisse, speziell zum eingesetzten Fragebogen um das Chronifizierungsrisiko zu bestimmen, gibt der Innovationausschuss zudem an verschiedene ärztliche Berufsverbände und medizini­sche Fachge­sellschaften.

Entsprechend dem gesetzlichen Auftrag werden mit den Mitteln des Innovationsfonds Projekte gefördert, die über die bisherige regelhafte Gesundheitsversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen.

So sollen Impulse für die innovative Weiterentwicklung des Gesundheitswesens gegeben werden. Dafür wurde beim G‑BA ein Innovationsausschuss eingerichtet. Die Mittel werden von den Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen und vom Bundesamt für Soziale Sicherung verwaltet. © EB/aerzteblatt.de

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