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Medizin

Sanofi: Beta-Impfstoff schützt vor Erkrankungen durch Omikron

Freitag, 24. Juni 2022

/picture alliance, Arnaud Journois

Paris – Ein proteinbasierter Impfstoffkandidat des Herstellers Sanofi, der neben dem Spike-Protein des Wildtyps auch eine Version der Beta-Variante von SARS-CoV-2 enthält, hat in einer Phase-3-Studie eine gute Schutzwirkung vor COVID-19 erzielt, die gegen die Omikron-Variante sogar noch gesteigert werden konnte.

Der französische Hersteller Sanofi hatte bisher das Nachsehen gegenüber den Produzenten der mRNA-Impf­stoffe, die sich schneller herstellen lassen und die klinischen Tests früher abgeschlossen hatten. Inzwischen steht Vidprevtyn als zweiter proteinbasierter Impfstoffkandidat nach Nuvaxovid in Europa vor der Zulassung.

Bei der Entwicklung der 2. Generation von Impfstoffen, die auf die Virusvarianten angepasst sind, könnte Sanofi jetzt einen zeitlichen Vorsprung haben. Als erste Firma kann der französische Konzern Daten einer Phase-3-Studie vorlegen, in der die klinische Schutzwirkung untersucht wird. Konkurrenten wie Moderna konnten bisher nur Labordaten zur Immunogenität vorstellen.

Der neue Kandidat ist zwar „nur“ auf die Beta-Variante zugeschnitten, die Ende 2020 in Südafrika eine Erkrankungswelle auslöste, sich auf der Nordhalbkugel aber nicht gegen die Alpha-Variante durchsetzen konnte. Beide Varianten haben jedoch einige gemeinsame Mutationen im Spike-Gen, etwa K417N, E484K oder N501Y, die eine Kreuzimmunität erwarten lassen.

Die jetzt vom Hersteller vorgestellten Daten zeigen, dass der bivalente Impfstoff eine gute klinische Schutz­wirkung erzielt. In der laufenden Phase-3-Studie VAT00008 lag die Wirksamkeit gegen eine symptomatische Erkrankung an COVID-19 in der Gesamtgruppe bei 64,7 % (95-%-Konfidenzintervall 46,6 % bis 77,2 %). In der Gruppe der Patienten mit einer bestätigten Omikron-Infektion war die Wirksamkeit gegen symptomatisches COVID-19 mit 72 % (45,8-86,6 %) etwas besser.

Noch größer war der Unterschied in der Gruppe der seropositiven Personen, deren Immunsystem durch Im­pfung oder Erkrankung bereits Kontakt zu SARS-CoV-2 hatte. Der Impfstoffkandidat erzielte hier eine Gesamt­wirksamkeit von 75,1 % (56,3-86,6 %) gegen symptomatische Infektionen und von 93,2 % (73,2- 99,2 %) gegen Omikron-Erkrankungen.

Der bivalente Impfstoff enthält wie Vidprevtyn das Adjuvans AS03, das der britische Hersteller GSK für den Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix entwickelt hatte. Die Verträglichkeit war laut Sanofi gut. Sicherheits­relevante Komplikationen sollen nicht aufgetreten sein. Eine Publikation der Ergebnisse steht noch aus. © rme/aerzteblatt.de

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