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Politik

Lauterbach will bessere Coronastatistiken mit neuem „Pandemieradar“

Montag, 27. Juni 2022

/picture alliance, Jörg Carstensen

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will mit einem neuen „Pandemieradar“ bessere Vorhersagen über neue Coronaviruswellen ermöglichen.

Krankenhäuser sollen zum Beispiel mehr aktuelle Angaben zu Bettenbelegungen machen. „Bislang wissen wir nur, wie viele Betten in den Kliniken frei sind – und das mit Verspätung. Das ist zu wenig“, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Außerdem sollten „stärker als bisher Infektions- und Durchimpfungsraten in Gesundheitseinrichtungen“ erhoben werden, berichtet das RND unter Berufung auf einen Formulierungsvorschlag des Ministeriums für eine Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes. Auch die Abwasserüberwachung solle dort ausgebaut werden. „Daraus lassen sich Rückschlüsse aufs Infektionsgeschehen ziehen“, sagte Lauterbach.

Im Abwasser lassen sich Virenkonzentrationen nachweisen. In allen Pflegeheimen soll es zudem künftig einen Impf- und Medikamentenbeauftragten geben.

Lauterbach hatte am Freitag mitgeteilt, dass Coronabürgertests in Teststellen und Apotheken bald nicht mehr für alle gratis zu haben sind. Kostenlos bleiben die Schnelltests nur für bestimmte Risikogruppen – in der Regel werden ab kommendem Donnerstag aber je drei Euro aus eigener Tasche fällig.

Der Bund will damit Milliardenkosten senken. Die Neuregelung bringt die Länder unter Druck, die drei Euro der Bürger zu übernehmen. Angesichts der nun dominierenden Untervariante BA.5 mit leichterer Übertragbarkeit zeichnet sich aus Expertensicht eine angespanntere Coronalage ab. © dpa/aerzteblatt.de

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