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Medizin

Schlaganfall: Schlafbezogene Atmungsstörung und Vorhofflimmern haben erhöhtes Langzeitrisiko

Montag, 27. Juni 2022

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Bern – Schlaganfallpatienten, die sowohl an einer schlafbezogenen Atmungsstö­rung als auch an Vorhof­flimmern leiden, haben ein signifikant höheres Langzeit­risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität als Schlaganfallpatienten, die nur eine der beiden Erkrankungen aufweisen. Das berichtete eine Forschungs­gruppe vom Schlaf-Wach-Epilepsie Zentrum am Universitätsspital Bern beim 8. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Wien.

Obwohl es Evidenz für eine komplexe und bidirektionale Beziehung zwischen schlafbezogenen Atmungs­störungen und Vorhofflimmern auf zerebrokardiovas­kuläre Ereignisse gibt, gab es bislang nur wenig Daten zu den Langzeiteffekten dieser Assoziation bei Schlaganfallpatienten.

Die Berner Forscher untersuchten prospektiv 353 Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall, die 3 Jahre lang nachbeobachtete wurden. Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) wurde direkt nach dem Schlaganfall mittels respiratorischer Polygraphie ermittelt. Im ersten Jahr nach dem Schlaganfall wurden bis zu 3-mal Langzeit-EKGs über 7 Tage geschrieben.

Schlafbezogene Atmungsstörungen und Vorhofflimmern sind verbreitet In der akuten Phase nach dem Schlaganfall hatten 89 Patienten (25 %) eine moderat bis schwere schlafbezogene Atmungsstörung (AHI ≥20/h). Vorhofflimmern wurde bei 56 Patienten (16 %) diagnostiziert. 23 Patienten (7 %) hatten sowohl eine schlafbe­zogene Atmungsstörung (AHI ≥20/h) als auch Vorhofflimmern.

Im Verlauf der Nachbeobachtung kam es bei den Patienten zu 95 erneuten zerebro-kardiovaskulären Ereignissen, die bei 17 tödlich verliefen. Patienten mit einer schlafbezogenen Atmungsstörung und Vorhofflimmern hatten ein signifikant erhöhtes Risiko (HR 2,30) für ein erneutes zerebro-kardiovaskuläres oder tödlich verlaufendes Ereignis – im Vergleich zu Patienten, die entweder Vorhofflimmern (HR 1,77) oder eine schlafbezogenen Atmungsstörung (HR 1,39) aufwiesen.

Die Ergebnisse wurden adjustiert um Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Hyperto­nie, Diabetes mellitus und Dyslipidämie. Auch das Risiko für eine Kardioembolie war erhöht.

Darüber hinaus hatten Schlaganfallpatienten, die eine schlafbezogenen Atmungs­störung sowie Vorhofflimmern aufwiesen, auch mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Kardioembolie.

Es seien weitere Studien erforderlich, um die Pathomechanismen zu klären, die diesen Beobachtungen zugrunde liegen, so die Forschungsgruppe. Auf diese Weise ließen sich möglicherweise auch spezifische diagnostische und therapeutische Strategien entwickeln. © nec/aerzteblatt.de

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