NewsPolitikG7-Gipfel: Milliardenhilfen für weltweite Ernährungssicherheit zugesagt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

G7-Gipfel: Milliardenhilfen für weltweite Ernährungssicherheit zugesagt

Dienstag, 28. Juni 2022

/YoPho, stock.adobe.com

Elmau – Die G7-Staaten verpflichten sich, weitere 4,5 Milliarden US-Dollar für die weltweite Ernährungs­sicherheit bereitzustellen. Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte riefen Russland heute beim G7-Gipfel in einer Erklärung zudem auf, die Blockade der ukrainischen Häfen ohne Bedingungen zu beenden so­wie Weizensilos und andere landwirtschaftliche Infrastruktur nicht länger zu zerstören.

Diese Aktivitäten könnten nur als geopolitisch motivierter Angriff auf die globale Ernährungssicherung ge­wer­tet werden, hieß es in dem Papier des G7-Gipfels im bayerischen Elmau. Bereits gestern hatte Bundes­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) gesagt, die G7 bemühten sich, Getreideexporte aus dem Kriegsgebiet zu ermögli­chen.

Die Ukraine und Russland sind die größten Weizen-Exporteure weltweit. Normalerweise decken sie knapp ein Drittel des globalen Bedarfs. Weil Russland die ukrainischen Häfen blockiert, kann viel Getreide aber nicht exportiert werden. Geringere Mengen haben zudem zumindest zeitweise die Preise auf den Weltmärkten hochgetrieben. Länder in Afrika und Asien drohen deshalb unversorgt zu bleiben.

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen geht davon aus, dass die Coronapandemie und der Krieg in der Ukraine die weltweite Hungerkrise auf extreme Weise verschärft haben. Aktuell leiden dem­nach 345 Millionen Menschen in 82 Ländern Hunger. Innerhalb von gut zwei Jahren habe sich die Zahl mehr als verdoppelt. Laut Experten droht die schlimmste humanitäre Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Als katastrophal gilt die Lage in Äthiopien, Nigeria, dem Südsudan, dem Jemen, Afghanistan und Somalia.

In den Arbeitssitzungen und zahlreichen bilateralen Gesprächen der G7-Staats- und -Regierungschefs spielten neben dem Angriffskrieg Russlands auch die Themen Klima und Gesundheit eine Rolle.

Herausforderungen wie die Klimakrise und die COVID-19-Pandemie könnten international nur gemeinsam bewältigt werden, so die G7. Deshalb werde man das Engagement für eine bessere Zukunft intensivieren – mit Klima- und Energiepartnerschaften, der Stärkung der internationalen Gesundheitsarchitektur und einer nach­haltigen globalen Impfstoffgerechtigkeit.

Trotz der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise will die G7 an den derzeitigen Klimaschutzzielen festhalten. Scholz hatte zu dem Gipfel auch fünf Gastländer eingeladen. Mit Indien, Indonesien, Südafrika, Se­negal und Argentinien vereinbarten die G7 gestern gemeinsame Klimaschutz-Anstrengungen. Einer Erklärung zufolge soll die Umstellung auf Klimaneutralität vorangetrieben werden. Gleichzeitig sollen erneuerbare Energien ausgebaut werden, Kohle soll zunehmend weniger zum Einsatz kommen.

Bei Umweltschützern fanden die Pläne ein geteiltes Echo. Greenpeace sprach von schwachen Ankündigungen. Der Politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals, sah hingegen Potenzial. „Insbesondere die Partnerschaft mit Indien, die bis zum G20-Gipfel nächstes Jahr abgeschlossen sein soll, kann extrem relevant werden.“

Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel nahmen am Gipfel teil. © dpa/aha/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER