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Ausland

EMA prüft Impfstoff gegen Affenpocken, erste Lieferungen erfolgt

Dienstag, 28. Juni 2022

/picture alliance, CHROMORANGE, Michael Bihlmayer

Amsterdam – Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft Daten zur Erweiterung der Zulassung eines Pockenimpfstoffes auch als Schutz gegen Affenpocken. Das Präparat Imvanex wird in der EU bereits gegen Affenpocken verwendet, ist aber bislang nur gegen Pocken zugelassen.

Der Impfstoff gilt aber auch als vielversprechender Schutz gegen Affenpocken, da sich beide Virenarten sehr ähnlich seien, wie die EMA heute in Amsterdam mitteilte. Die EMA-Experten verweisen auf Ergebnisse von Laborstudien, nach denen der Impfstoff die Produktion von Antikörpern ankurbelt, die vor der Krankheit schützen können.

In der EU ist Imvanex zur Zeit nur begrenzt vorrätig. In den USA ist das Präparat unter dem Namen Jynneos zugelassen – auch als Schutz vor Affenpocken. Die EMA empfiehlt, vorerst das Präparat aus den USA zu im­portieren angesichts der zunehmenden Infektionszahlen in der EU.

Die Nebenwirkungen seien milde: Schmerzen an der Einstichstelle, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdig­keit. Wie lange die Prüfung der Daten dauern wird, ist unklar. Wie die EU-Kommission heute mitteilte, sind die ersten 5.300 Dosen des Impfstoffes gegen die Affenpocken in Spanien eingetroffen, auch eine erste Lieferung nach Deutschland soll demnach rasch erfolgen.

Bereits erste Lieferungen in Deutschland angekommen

Deutschland hatte bereits eine erste Lieferung von 40.000 Dosen Imvanex in Kalenderwoche 24 aufgrund von eigenen Bestellungen erhalten. Insgesamt hatte der Bund vor einigen Wochen 240.000 Dosen der Vakzine bestellt. Weitere Lieferungen dieser Bestellung sollen im Laufe des dritten Quartals 2022 erfolgen, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums dem Deutschen Ärzteblatt. Die Verteilung und Verimpfung regeln die Bundesländer in Eigenregie.

Auch die Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) der Europäi­schen Kommission hatte fast 110.000 Dosen des Impfstoffes für die EU-Staaten erworben.

„Zum ersten Mal erwerben wir direkt über unsere Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion (HERA) Impf­stoffe und stellen sie den Mitgliedstaaten zur Verfügung“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Da HERA nunmehr vollständig eingerichtet sei und ihren Betrieb aufgenommen habe, könne die EU auf neue Gesundheitsgefahren entschlossen und wirksam reagieren.

Wie bei COVID-19-Impfstoffen werden die Affenpocken-Impfstoffdosen den EU-Staaten anteilig, also ent­sprechend der Bevölkerungsgröße, zugewiesen. Wie mit den Mitgliedstaaten vereinbart, werden die Länder vorrangig beliefert, in denen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses eine höhere Anzahl von Ansteckungen registriert wurde.

Die Impfstoffe werden direkt vom Pharmaunternehmen Bavarian Nordic an die Mitgliedstaaten geliefert. Im Anschluss an die heutigen Lieferungen nach Spanien werden Portugal, Belgien und auch Deutschland aus dem EU-Kontingent als nächstes beliefert. Weitere Lieferungen sind für Juli und August geplant.

Seit dem 18. Mai wurden der Kommission zufolge in 23 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn) sowie in Norwegen und Island 2.682 Fälle von Affenpocken gemeldet.

In seiner Risikoabschätzung hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krank­hei­ten (ECDC) den betroffenen Staaten geraten, eine frühe nachträgliche Pockenimpfung mit dem von Bavarian Nordic hergestellten Impfstoff der 3. Generation in Erwägung zu ziehen, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder ihren Verlauf abzumildern. © dpa/cmk/EB/aerzteblatt.de

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