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Computer erkennt Stresspegel mittels Stimmanalyse

Mittwoch, 29. Juni 2022

/Syda Productions, stock.adobe.com

Saarbrücken – Eine Arbeitsgruppe der Universität des Saarlandes hat das Niveau von Alltagsstress in der Stimme gemessen. Die Forscher berichten darüber im Fachmagazin Psychological Science (2022; DOI: 10.1177/09567976211068110). Sie hoffen auf einen Weg, Stress leichter aufzuspüren, um ihn besser bewäl­tigen zu können.

Die Gruppe um Markus Langer vom Lehrstuhl für Arbeits- und Organisations­psycho­logie der Universität des Saarlandes hat mit der Hilfe von 111 berufs­tätigen Probanden Zusammenhänge zwischen tatsächlichem Alltagsstress auf der Arbeit und Veränderungen in der Stimme messen können.

„Wir konnten anhand von Sprachnachrichten, die die Teilnehmer uns eine Woche lang jeden Abend nach ihrer Arbeit geschickt haben, leichte Stimmverän­derungen nachweisen, wenn sie einen stressigen Tag hatten“, be­richtete er.

Dazu haben die Wissenschaftler die physikalisch messbaren Stimmdaten – also Höhe, Geschwindigkeit, Lautstärke – jedes einzelnen Sprechers über die Woche gemittelt und Abweichungen zu diesem Mittelwert pro Tag gemessen. So spricht jemand beispielsweise im Mittel mit 60 Dezibel Lautstärke. Wenn die Person gestresst ist, erreicht die Lautstärke hingegen etwa 61 Dezibel.

Außerdem fragten die Forscher mit einem Fragebogen nach stressauslösenden Faktoren des vergangenen Arbeitstages. Die Antwort auf die Frage „Fühlen Sie sich gestresst?“, welche ebenfalls gestellt wurde, zeigte aber keinen Zusam­menhang mit dem in der Stimme nachgewiesenen Stresslevel.

Das zeigt laut den Forschern, dass die eigene Wahrnehmung sich oft nicht mit dem tatsäch­lichen Zustand deckt. Die Arbeitsgruppe hofft, dass der Ansatz, Stress über die Stimme objektiv zu messen, ein Weg sein könnte, um Stress im Arbeitsumfeld schneller zu erkennen und gegenzusteuern. © hil/aerzteblatt.de

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